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Meine Gesundheit

Gefahr im Busch – Zecken

Die kleinen Zecken sind groß im Übertragen von Krankheiten wie FSME oder Borreliose. Wir zeigen, wie du dich schützt, Infektionen erkennst und behandelst.

Lesedauer: 3 Min.

Zecken sind „Parasiten“, sie brauchen zum Überleben einen so genannten „Wirt“, beispielsweise einen Menschen. Sie ernähren sich vom Blut des Wirts – Männchen mehrere Tage, Weibchen sogar Wochen.

Blut saugen und spucken

Zecken klettern auf Pflanzen und lauern auf Wirte. Sie hängen sich anschließend an Tiere oder Menschen, die ihren jeweiligen Aufenthaltsort berühren. Dann krabbeln sie bis zu mehreren Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Zecken bevorzugen etwas feuchte, warme und gut durchblutete, dünne Haut, 

©aks/Wikimedia Commons

Beim Menschen sind besonders die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren besonders beliebt.

Während des Saugens spuckt die Zecke unverdauliche Nahrungsreste in ihren Wirt zurück. Bei diesem Vorgang können Krankheitserreger, die zuvor bei einem früheren Wirt aufgenommen wurden, übertragen werden. Unter den Krankheiten sind für Menschen besonders die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gefährlich.

Borreliose

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lymekrankheit, genannt, ist in Österreich die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung. Sie wird von Bakterien, den Borrelien ausgelöst. Sie kann verschiedene Organe betreffen, speziell die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Die Erkrankung lässt sich mit Antibiotika wirksam behandeln und heilt bei rechtzeitiger Therapie meist ohne Folgen aus. Einen Impfstoff dagegen gibt es bisher noch nicht. Eine „Zeckenimpfung“ schützt nur vor FSME, aber nicht vor Borreliose. 

Es dauert einige Stunden, bis die Borrelien nach einem Stich in das Blut des Wirtes gelangen. Je schneller du also eine Zecke entfernst, desto geringer ist das Risiko einer Erkrankung. Es ist zudem nur ein geringer Teil der Zecken mit Borrelien befallen. Das Risiko, nach einem Stich zu erkranken, liegt bei einem Prozent. 

Die Symptome der Borreliose

  Eine Borreliose führt zu verschiedenen Krankheitsbildern und ist schwer zu diagnostizieren. Es gibt keine allgemeingültige medizinisch-technische Untersuchung, die eine aktive Erkrankung sicher beweisen oder widerlegen kann.

Im Frühstadium treten nach wenigen Tagen bis zu drei Wochen grippale Symptome wie z.B. Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen auf, die bei vielen anderen Erkrankungen auch vorkommen. Der einzig sichere Hinweis ist ein kreisrunder Ausschlag

© JostJahn/Wikimedia Commons

um die Einstichstelle, der wandern kann (die sog. „Wanderröte“). Dieser Ausschlag zeigt sich aber nur bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen. Das heißt, auch wenn sie nicht auftritt, kannst du infiziert sein. In einem späteren  Stadium werden Gelenke und der Bewegungsapparat befallen. Es können  Lähmungen der Gesichtsmuskulatur auftreten, durch die  das Gesicht „schief“ wirkt, außerdem Schwellungen, vor allem im Bereich der Ohrläppchen, Störungen des Tastsinns, Sehstörungen und Herzprobleme.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Zentralnervensystems führen kann. Rund 30 bis 40 Prozent  der Infizierten werden krank. Österreich, und hier besonders Kärnten und die Steiermark, gehört zu den am stärksten von der FSME betroffenen Gebieten Europas.

Zwischen Zeckenstich und Ausbruch der Erkrankung können Tage bis zu einem Monat vergehen. In der ersten Phase treten grippeartige Symptome auf wie Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen, die für eine Woche wieder abklingen. Bei ungefähr einem Drittel der Betroffenen greift die Krankheit anschließend auf das zentrale Nervensystem über und führt zu drei verschiedenen Formen der Erkrankung: Hirnhautentzündung (Meningitis), eine zusätzliche Beteiligung des Gehirns (Enzephalitis)und eine zusätzliche Beteiligung des Rückenmarks (Myelitis).

Zu diesen Symptomen kann es kommen: starke Kopfschmerzen, Fieber bis über 40 Grad, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen, Gangstörungen, Krampfanfällen und Störungen der Atmung. In den meisten Fällen klingen diese schweren Symptome nach ein bis drei Wochen wieder ab.  Aber die vollständige Genesung kann lange dauern und Erkrankte langfristig in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sein. Persönlichkeitsveränderung und/oder Konzentrationsschwächen kommen hinzu.

Ist die Erkrankung ausgebrochen, kann sie nicht behandelt, nur die Symptome können gelindert werden.

Vorbeugung

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Zecke im Hundefell

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis kannst du durch  eine vorbeugende Impfung („Zeckenimpfung“) verhindern. Sie schützt für drei Jahre for der FSME. 

Zecken fallen nicht von den Bäumen. Sie bewegen sich am Boden, in hohem Gras oder im Gebüsch , besonders am Waldrand, und im Unterholz. Du schützt dich mit lange Hosen, langärmelige Hemden und festem Schuhwerk. Auch Repellents wirken in gewissem Umfang gegen Zecken. Doch ihre Wirkung lässt mit der Zeit nach. 

Nach einem Aufenthalt in der Natur suche deinen Körper sorgfältig ab. Hast du eine Zecke gefunden, entferne sie so schnell wie möglich. Ziehe sie langsam mit einer Pinzette heraus. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, sollte die Zecke dabei nicht gedreht und auch zuvor nicht mit Öl beträufelt werden. Desinfiziere anschließend die Einstichstelle. Wenn der Stechrüssel („Kopf“) beim Entfernen der Zecke in der Haut bleibt, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Er wird nach einigen Tagen von selbst vom Körper abgestoßen. Sollte sich die Stelle entzünden, suche einen Arzt auf.

Wer viel in der Natur unterwegs ist, sollte auch entsprechend abgesichert sein. Mit der Wüstenrot Unfallvorsorge sicherst du dich gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls ab. Wie genau, das zeigen wir dir hier.

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