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Meine Gesundheit

Krebs bekämpfen, bevor er entsteht

Krebs ist in Österreich die zweithäufigste Todesursache. Mit einer gesunden Lebensweise beugst du einigen Krebsarten vor.

Lesedauer: 5 Min.

Viele Menschen haben Angst vor Krebs. Leider zu Recht: Die Zahl der Krebserkrankungen steigt in wohlhabenden, industrialisierten Ländern seit Jahren kontinuierlich an. Die Wahrscheinlichkeit, von Krebs betroffen zu sein, ist von vielen Faktoren abhängig. Einige davon können wir selbst beeinflussen: Lebensstil, Ernährung und Konsum von Schadstoffen sind wichtige Stellschrauben. Durch eine gesunde Lebensweise ließen sich nach Ansicht von Experten immerhin rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen vermeiden. Lies hier, wie du Risikofaktoren verringern kannst.

Mehr Menschen leben mit Krebs

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen steigt in Österreich. Das ist vor allem eine Folge steigender Lebenserwartung. Mit zunehmenden Alter steigt auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Ach die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen steigt. Anfang 2020 verzeichnete das Österreichische Nationale Krebsregister 375.749 Menschen mit einer aktuellen Krebserkrankung, 29 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Zu diesem Anstieg der Anzahl mit Krebs lebendender Menschen führen neben der steigenden Zahl von Neuerkrankungen vor allem frühzeitigere Diagnosen und größere Erfolge bei der Therapie. Mehr dazu hier

Bewege dich

Körperliche Bewegung verringert die Wahrscheinlichkeit des Auftretens veschiedener Tumore.
Körperliche Bewegung verringert die Wahrscheinlichkeit des Auftretens veschiedener Tumore.

Wer körperlich aktiv ist, erkrankt seltener an Tumoren des Dickdarms, der Brust und der Gebärmutterschleimhaut. Bewege dich mindestens 30 Minuten am Tag, egal ob beim Joggen, Schwimmen, Tanzen, bei Gymnastik oder Ballsport. Auch kleine Veränderungen wirken sich positiv aus: Fahre Fahrrad oder gehe zu Fuß, statt in Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zu steigen. Nimm die Treppe und nicht den Fahrstuhl. Unterbrich das Sitzen am Schreibtisch mit kleinen Gängen.

Achte auf dein Gewicht

Zu viele Kilos auf der Waage erhöhen das Risiko für Krebs unter anderem in Darm, Nieren, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase. Übergewichtige Frauen erkranken zudem häufiger an Brust-, Gebärmutterschleimhaut- und Eierstockkrebs. Ein Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 24,9 Kilo pro Quadratmeter (kg/m2) gilt als ideal, ab einem BMI von 25 kg/m2 spricht man von Übergewicht, ab einem BMI von 30 kg/m2 von Fettleibigkeit (Adipositas). Um deinen BMI zu berechnen, teilst du dein Körpergewicht durch deine Körpergröße in Metern im Quadrat. Am Beispiel eines 90 Kilo schweren, 1,80 Meter großen Mannes heißt das: 1,80 mal 1,80 = 3,24; 90 Kilo geteilt durch 3,24 = BMI 27,8 kg/m2. Dieser Mann ist also übergewichtig.

Ernähre dich gesund

Ballastststoffe senken das Risiko für Darmkrebs.
Ballastststoffe senken das Risiko für Darmkrebs.

Wichtig ist auch, was du isst. Besonders gesund sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Ballaststoffe sind pflanzliche Faser- und Quellstoffe, die fast keine Kalorien enthalten und weitgehend unverdaulich sind. Sie sättigen lange und sorgen für eine gute Darmflora. Dadurch senken sie unter anderem das Risiko für Darmkrebs. Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft auch beim Abnehmen. Empfohlen werden 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Diese Menge erreichst du beispielsweise, wenn du zwei Scheiben Vollkornbrot, 175 Gramm Vollkornnudeln, zwei Äpfel, 100 Gramm Naturreis, 30 Gramm Haferflocken, 100 Gramm Karotten und 100 Gramm Brokkoli isst. Die wenigsten Menschen schaffen es, jeden Tag so viele Ballaststoffe zu essen. Aber auch weniger Ballaststoffe sind besser als gar keine.

Um das Krebsrisiko zu senken, solltest du auf kalorienreiche und verarbeitete Lebensmittel, die viel Zucker, Stärke und Fett enthalten, weitgehend verzichten. Fast Food schadet dem Körper in vielerlei Hinsicht. Bereite deine Mahlzeiten lieber frisch zu. Auch bei rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) ist Vorsicht angesagt, es kann ebenso wie verarbeitete Fleischwaren Dickdarmkrebs verursachen. Wer täglich mehr als einen Teelöffel (ca. 6 Gramm) Salz zu sich nimmt, erhöht sein Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.

Halte dich bei Alkohol zurück

Trinke nur wenig Alkohol, am besten sogar gar keinen. Denn er erhöht unter anderem das Risiko, an Mund-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Brust-, Darm- und Leberkrebs zu erkranken.

Nicht Rauchen

Jeglicher Tabakkonsum ist Gift für den Körper. Rund 90 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen lassen sich aufs Rauchen zurückführen. Lungenkrebs ist der zweithäufigste unter den bösartigen Tumoren – und der tödlichste. Auch Rachen- und Kehlkopfkrebs sind häufige Folgen. Verzichte deshalb aufs Rauchen und achte zudem auf eine rauchfreie Umgebung.

Schütze dich vor UV-Strahlung

Rearview shot of a little boy standing at the beach with sunscreen lotion on his back
Besonders Kinder sollten vor UV-Strahlung geschützt werden.

UV-Strahlen sind die häufigste Ursache von Hautkrebs. Das gilt sowohl für die natürliche Strahlung der Sonne als auch für die künstliche von Solarien. Besonders gefährdet sind hellhäutige, blonde oder rotblonde Menschen und solche, die zu Sonnenbrand neigen. Gleiches gilt generell für Kinder. Wenn du in die Sonne gehst, solltest du dich (und deine Kinder) deshalb ausreichend schützen, am besten mit Sonnencreme, -spray oder -gel mit hohem Lichtschutzfaktor (ab LSF 30). Wie eine französische Studie von 2021 zeigt, sollten Produkte mit dem chemischen UV-Filter Octocrylen allerdings nicht älter als ein Jahr sein. Das Octocrylen kann sich danach nämlich in das krebserregende Molekül Benzophenon verwandeln. Vor zu viel Sonnenstrahlung schützen dich auch Hut, Sonnenbrille mit UV-Schutz und Schatten. Vor allem im Sommer solltest du die Mittagssonne meiden. Und auf das Solarium verzichtest du am besten ganz.

Meide krebserregende Substanzen

Kommst du an deinem Arbeitsplatz in Kontakt mit krebserregenden Stoffen, befolge immer die Sicherheitsvorschriften, zum Beispiel indem du eine Schutzausrüstung trägst. Auch Rußpartikel und Feinstaub sind krebserregend, setz dich ihnen also möglichst wenig aus.

Nutze Impfprogramme für Kinder

Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt, Neugeborene gegen Hepatitis B und Kinder ab 9 Jahren gegen HPV (Humanes Papillomavirus) zu impfen. Einige der insgesamt mehr als 150 HPV-Typen könnten Krebserkrankungen mitverursachen, etwa an Gebärmutterhals, Rachen oder Kehlkopf. Auch Frauen zwischen 15 und 45 Jahren sowie Männern zwischen 15 und 26 Jahren rät die Krebshilfe, sich gegen HPV impfen zu lassen.

Gehe zur Krebsfrüherkennung

Doctor and patient making a mammography
Eine Röntgenuntersuchung der Brust für Frauen ab 40 sinnvoll.

Nutze Impfprogramme für Kinder

Je früher eine Krebserkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Für Frauen empfiehlt die Österreichische Krebshilfe bereits ab dem 20. Lebensjahr einen jährlichen Krebsabstrich (PAP) zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, außerdem das Abtasten der Brust durch Frauenarzt oder Frauenärztin. Einmal im Monat, am besten nach der Periode, sollten sie ihre Brust selbst abtasten, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms erhalten Frauen zwischen 45 und 69 Jahren alle 24 Monate eine offizielle Einladung zur Mammografie. Die Krebshilfe hält diese Röntgenuntersuchung der Brust schon für Frauen ab dem 40. Lebensjahr für sinnvoll. Sie (ebenso wie Frauen ab 70) können sich hier für eine solche Einladung anmelden.

Männer sollten ab dem 20. Lebensjahr monatlich ihre Hoden abtasten, um frühzeitig Veränderungen zu entdecken. Ab dem 45. Geburtstag sollten sie regelmäßig zur Früherkennung von Prostatakrebs gehen. Dabei nimmt eine Urologin oder ein Urologe eine Tastuntersuchung vor und Blut für einen PSA-Test ab. Der PSA-Wert zeigt an, wie viel Eiweiß von der Prostata gebildet wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Bereits ab 40 Jahren sollten Männer ihren Harn regelmäßig mittels Streifentest untersuchen.

Frauen und Männern empfiehlt die Krebshilfe regelmäßig einen Okkulttest, mit demBlut im Stuhl entdeckt werden kann. Ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder alle sieben bis zehn Jahre eine Darmspiegelung (Koloskopie) vornehmen lassen, um mögliche Veränderungen der Darmschleimhaut festzustellen. Landesweit 235 zertifizierte Untersuchungsstellen  bei niedergelassenen Ärzten und Spitälern führen bei einem definierten hohen Qualitätsstandard sanfte Koloskopien durch. Mehr zu allen ab 50 sinnvollen Krebsvorsorgeuntersuchungen erfährst du hier.

Um Hautkrebs vorzubeugen, solltest du zweimal im Jahr (vor und nach den Sommermonaten) deine Haut auf Veränderungen hin untersuchen. Die Österreichische Gesundheitskasse empfiehlt außerdem eine jährliche Untersuchung von Haut und Muttermalen durch Hautarzt oder Hautärztin.

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