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Siebträgermaschinen: Kaffeekultur für zuhause

Du willst Espresso und Cappuccino zuhause wie im Kaffeehaus oder in Italien genießen? Dann kommst du um den Kauf einer Siebträgermaschine nicht herum. Wir beraten dich beim Kauf und sagen dir, was du als Hobby-Barista wissen musst.

Lesedauer: 6 Min.

Viele Aromen in einer Bohne

Fast alle Österreicher trinken Kaffee, die meisten sogar zweimal am Tag. Er wird als Muntermacher geschätzt, doch in der Kaffeebohne steckt eine einzigartige Vielfalt von Aromen. Sie reicht von fruchtig und blumig bis hin zu schokoladig und nussig. Welche Geschmacksnuancen zur Geltung kommen, hängt neben der Kaffeesorte, dem Anbaugebiet und der Röststufe vor allem von der Zubereitung ab.

Die Ansprüche sind gestiegen, der Genuss von hochwertigem Kaffee zu Hause wird zunehmend beliebter. Die Zubereitungsmethoden sind vielfältig, von der Aeropress bis zum Siphon. Die 0815-Filtermaschine, bei der der Kaffee auf der Wärmeplatte stundenlang vor sich hin schmort, hat jedenfalls ausgedient. Ambitionierte Kaffeeliebhaber, die auf Espresso und Cappuccino schwören, erweitern mit einer Siebträgermaschine ihren Kaffee-Horizont. Das Prinzip: Heißes Wasser wird mit hohem Druck durch ein feines Sieb mit Kaffeepulver gepresst.

Von vier Heim-Espressi pro Tag aufwärts ist die Anschaffung einer Siebträgermaschine eine Überlegung wert. Dieser Artikel möchte dir als Kaufberatung dienen und verraten, worauf du achten solltest.

Die Kunst des Kaffeekochens

Eins sollte dir klar sein: Mit dem Kauf einer Siebträgermaschine investierst du nicht nur Geld, sondern wendest zukünftig auch mehr Zeit für die Kaffeezubereitung auf.
Wenn du tiefer einsteigen willst, kann das Kaffeekochen sogar zum Hobby werden. Gerät-Kaufen reicht also nicht. Du solltest auch Lust haben, dich mit dem Thema Kaffee zu beschäftigen.

Eine Siebträgermaschine bietet dir die Möglichkeit, die für den Geschmack wesentliche Parameter individuell einzustellen. Du entwickelst für die jeweilige Kaffeesorte ein deinem Kaffeegeschmack entsprechendes „Brührezept”. Die wesentlichen Komponenten sind dabei Kaffeemenge, die Wassermenge sowie die „Extraktionszeit”, also die Dauer des Brühvorgangs. Auch die Einstellung des richtigen Mahlgrads spielt eine wichtige Rolle.

Kaffeekochen Schritt für Schritt

Arbeitsschritte auf dem Weg zum guten Kaffee

So geht Kaffeekochen mit der Siebträgermaschine:

  • Wiegen: Um dein Brührezept für eine neue Sorte zu entwickeln oder einem bestehenden Rezept zu folgen, empfehlen Baristas das Abwiegen Kaffeemenge mittels einer Präzisionswaage.
 
  • Die Kaffeebohnen werden frisch gemahlen. Manche Siebträgermaschinen verfügen über ein eingebautes Mahlwerk. Profis empfehlen jedoch eine hochwertige separate Kaffeemühle mit Edelstahlgehäuse, starkem Motor und Scheibenmahlwerk. Der Mahlgrad ist einstellbar. Er hat entscheidenden Einfluss auf die Extraktionszeit und damit das Ergebnis.
 
  • Das gemahlene Kaffeepulver wird in den Siebträger der Maschine gefüllt. Dabei wird das Pulver gleichmäßig im Siebträger verteilt. Dafür gibt es ein spezielles Werkzeug, den Leveller. Anschließend kommt der Tamper zum Einsatz, eine Art Stempel, der das Pulver im Siebträger festgedrückt. So wird eine gleichmäßige Extraktion gewährleistet.
 
  • Der Siebträger wird in die Maschine eingespannt. Du hast du die Gelegenheit, die Wassermenge einzustellen. Das 90-96 Grad heiße Wasser wird unter hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst. Dieser Prozess löst Aromen und Öle aus dem Kaffeepulver und führt zur Bildung einer cremigen Schicht auf dem Espresso, die Crema.
 
  • Extraktion: Die Extraktionszeit beeinflusst wesentlich das Geschmackserlebnis. Sie bewegt sich in der Regel zwischen 25 und 30 Sekunden. In dieser Zeit wird die von dir gewünschte Menge Espresso durch den Siebträger in die Tasse befördert. Am Anfang lösen sich die sauren Geschmacksanteile, dann die süßen. Je länger die Extraktionszeit gewählt wird, desto stärker kommen schließlich die Bitterstoffe zur Geltung.

Die Kunst der Espressozubereitung mit einer Siebträgermaschine liegt darin, durch die Abstimmung von Kaffeemenge, Mahlgrad, Wassermenge, Tamperdruck und Extraktionszeit eine Vielfalt an Aromen in einer Tasse einzufangen und dabei ein Ergebnis zu erzielen, das deinem persönlichen Kaffeegeschmack entspricht.

Wasser und Milch

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Für das Aufschäumen von Milch braucht die Maschine heißeres Wasser als für den Kaffee.

Eine Siebträgermaschine muss zweierlei können: Kaffee zubereiten und Milch aufschäumen. Für beide Aufgaben werden unterschiedliche Temperaturen benötigt. Zum Aufschäumen von Milch benötigt man höhere Temperaturen (125–130 Grad) als für das Brühen von Espresso (90-96 Grad). Für dieses kleine Problem wurden unterschiedliche Lösungen gefunden.

Sogenannte Einkreis-Geräte haben nur einen Heizkreis. Sie erhitzen das Wasser jeweils für die eine oder die andere Anwendung. Man kann also zur gleichen Zeit nur entweder Milchschaum erzeugen oder Kaffee brühen. Für den Wechsel braucht die Maschine eine Pause. Wenn du hauptsächlich Espresso trinkst und den Milchaufschäumer kaum einsetzen wirst, könntest du einen günstigen Einkreiser wählen. 

Zweikreiser-Espressomaschinen verfügen über zwei getrennte Wasserkreisläufe. Dadurch kannst du Kaffee und Wasserdampf gleichzeitig beziehen. Magst du Milchgetränke wie Cappuccino oder Latte macchiato, spricht das für eine teurere Zweikreismaschine.

Auch bei der Zweikreismaschine wird das Wasser für beide Anwendungen in nur einem Brühkessel erhitzt. Anders bei der Königsklasse, der Dualboiler-Espressomaschine: Sie enthält zwei separate Boiler, die unabhängig voneinander betrieben werden, auf unterschiedliche Temperaturen eingestellt sind. Dualboiler-Modelle bieten höchste Präzision und Temperaturstabilität.

Thermoblock-Siebträger kommen ganz ohne Kessel aus. Stattdessen wird das Wasser wie bei einem klassischen Durchlauferhitzer beim Durchfließen eines Rohres von einem Heizstab erhitzt. Das hat den Vorteil, dass die Maschine nach dem Einschalten schnell aufheizt und du bereits nach etwa zwei bis drei Minuten mit der Espressozubereitung starten kannst. Die Nachteile: Die Wassertemperatur kann schwanken. Und der Dampf wird impulsartig ausgepustet. Dadurch wird die Milch häufig wässrig. Die günstigen Thermoblock-Siebträger eignen sich also nur für Espresso-Einsteiger.

Hybrid-Modelle

Hobby-Baristas möchten möglichst alle Arbeitsschritte selbst ausführen und dabei individuelle Einstellungen vornehmen können. Für weniger ambitionierte Anwender gibt es aber auch Hyridmodelle, die das Prinzip der Siebträgermaschine mit einer vereinfachten Bedienung verbinden. Vor allem durch die eingebaute Kaffeemühle sind sie kompakter und platzsparender als professionelle Maschinen. Die eingebaute Kaffeemühle verfügt oft auch über eine automatische Dosierung. Der Nutzer muss also die richtige Menge an Kaffee nicht manuell abmessen.
Hybrid-Siebträgermaschinen bieten Nutzern in der Regel die Wahl zwischen Automatikfunktionen und individuellen Einstellungen. 

Darauf solltest du beim Kauf achten.

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Edelstahl deutet auf solide Verarbeitung und Langlebigkeit der Siebträgermaschine.

Material:
Je teurer die Kaffeemaschine, desto länger sollte sie halten. Viel Edelstahl und wenig Plastik deuten auf solide Verarbeitung und Langlebigkeit.

Bedienkomfort:
Die Anschaffung einer Siebträgermaschine lohnt sich nur, wenn sie viel benutzt wird. Das Gerät sollte daher intuitiv zu bedienen und einfach zu reinigen sein.

Einstellungsmöglichkeiten:

  • Bei einem integrierten Mahlwerk sollte der Mahlgrad individuell einstellbar sein.
  • Die Wassermenge pro Getränk sollte individuell einstellbar sein.
  • Du solltest Wasserdruck und Temperatur über Anzeigen kontrollieren können. Der optimale Druck liegt bei 9 bar, die Temperatur zwischen 90 und 96° Grad. Wasserdruck und Temperatur sind oft voreingestellt. Idealerweise kannst du die Temperatur innerhalb der Spanne zwischen 90 und 96 Grad individuell einstellen. Profi-Baristas möchten auch den Druck anpassen können. Für den Hausgebrauch ist das nicht nötig, ebenso wie wesentlich höherer Pumpendruck als 9 bar.

Zum Schluss noch ein Tipp: Kaffee reagiert empfindlich auf Temperaturänderung. Das gilt besonders für Espresso, da es sich um eine sehr kleine Menge handelt. Es empfiehlt sich also, die Tasse vorzuwärmen.

FAQs – häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Siebträgermaschine?
Gute Einstiegsmodelle starten bei unter 200 Euro. Wer sich für gehobenen Siebträger interessiert, muss mindestens 400 Euro auf den Tisch legen, aber auch Preise von 2.000 Euro und mehr sind möglich.

Was ist ein PID?
PID steht für „Proportional-Integral-Derivative“. Es ist ein Element hochwertigen Siebträgermaschinen, das vor allem die Temperatur des Brühwassers in der Siebträgermaschine stabil hält und Temperaturschwankungen minimiert.

Wie reinigt man Siebträgermaschinen?
Zu Hause reicht in der Regel eine wöchentliche Reinigung. Bei der sogenannten Rückspülung wird ein Kaffeefettlöser eingesetzt. Leichte Verschmutzungen entfernst du mittels einer Bürste entfernen.

Brauche ich spezielles Wasser?
Die Qualität des Wassers ist wichtig. Es sollte nicht zu hart sein. Besondere Filter helfen, die Wasserhärte zu regulieren, zum Beispiel ein zweiter Wasserhahn mit eingebauter Filterkerze.

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