Bargeld ist in Geschäften immer noch das beliebteste Zahlungsmittel.
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Bargeld in Österreich – behalten, beschränken oder abschaffen?

Bargeldloses Bezahlen setzt sich immer mehr durch. Der Trend zum kontaktlosen Bezahlen hat sich während der Corona-Pandemie beschleunigt. Das Bezahlen mit dem Smartphone wird ebenfalls immer beliebter. Auch Bankgeschäfte werden von den meisten Menschen mit dem Telefon per App erledigt. So haben sie ihre Finanzen immer im Blick. Aber Bargeld ist immer noch weit verbreitet und besonders in Österreich sehr beliebt. In vielen Ländern gibt es bereits Bargeld-Obergrenzen, um Kriminalität, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung einzudämmen. Die Einführung einer einheitlichen Obergrenze für Barzahlungen in der EU wird diskutiert. Doch gibt es derzeit keine Pläne, Bargeld vollständig abzuschaffen. Gegner von Bargeld-Obergrenzen befürchten eine schleichende Abschaffung des Bargelds. Es bleibt abzuwarten, ob der Trend zum bargeldlosen Bezahlen unumkehrbar ist. Die Zukunft des Bargelds wird letztendlich von den Menschen selbst bestimmt.

Das liebe Bargeld

Bargeld in Form von Münzen gibt es seit ungefähr 2.700 Jahren. Doch jetzt scheint seine Zeit abzulaufen. Das bargeldlose Bezahlen setzt sich immer mehr durch. Beim Online-Einkauf geht ohnehin nichts anderes. Doch viele Menschen hängen am Bargeld – aus Gewohnheit, weil sie es sehen und anfassen können, weil sie mit Bargeld aufgewachsen sind: Das erste Taschengeld, das Geld im Sparschwein: Das war und ist Bargeld.

Der Trend weg vom Bargeld ist eindeutig. Doch noch ist es sehr präsent. Bei der Bargeldnutzung gibt es große Unterschiede von Land zu Land. Laut einer EZB-Studie aus dem Dezember 2022 ist im Eurogebiet Bargeld mit einem Anteil von 59 Prozent noch immer das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel in den Geschäften. In Österreich liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent. Laut einem Ende 2022 veröffentlichten 15-Länder-Vergleich bezeichneten 47 Prozent der Österreicher Bargeld als ihr beliebtestes Zahlungsmittel. Im Schnitt der 15 Nationen sagten das nur 37 Prozent. Die Österreich sind also besonders bargeldaffin.

Die erste Erfahrungen mit Geld machen wir mit Bargeld.
Die erste Erfahrungen mit Geld machen wir mit Bargeld.

Einschränkungen für das Bargeld

Vorreiter im bargeldlosen Bezahlen sind die skandinavischen Länder, allen voran Schweden. Weder Banken noch Geschäfte sind dort verpflichtet, Bargeld zu akzeptieren. Nicht selten signalisieren Aufkleber mit durchgestrichenen Banknoten, dass ein Geschäft kein Bargeld akzeptiert. Bis 2030 soll das Bargeld in Schweden sogar komplett abgeschafft werden.

In 18 der 27 EU-Mitgliedsländer gibt es bereits Bargeld-Obergrenzen, also ein Limit, bis zu dem bar bezahlt werden darf. In Zukunft soll in der EU eine einheitliche Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen gelten. Es gibt aber weder in der Europäischen Union noch in Österreich Pläne, das Bargeld vollständig abzuschaffen.

Mit der Einschränkung des Bargeldverkehrs sollen Kriminalität, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung bekämpft werden. Die Wege des Bargelds können nicht nachvollzogen werden. Elektronische Geldflüsse dagegen hinterlassen Spuren. Und eine Haupteinnahmequelle der organisierten Kriminalität, der Drogenhandel, sprudelt auf der Straße in bar. Sollte Österreich, anders als andere EU-Mitgliedstaaten, keine Bargeld-Obergrenze einführen, wird ein Anstieg der Kriminalität befürchtet.

Die Fans der Barzahlung befürchten, die Einführung von Bargeld-Obergrenzen bereite den Weg für eine schleichende Abschaffung des Bargeldes. Die möchten sie auf jeden Fall verhindern.

Kommt das digitale Bargeld?

Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft gegenwärtig die Einführung von digitalem Bargeld. Das ist eine Art Mischung zwischen Kryptowährung und Bargeld. Sie soll das Bargeld zum Anfassen ergänzen. Wie Kryptogeld würde der digitale Euro auf einem Blockchain-System basieren. So wie Bargeld würde der digitale Euro von der Zentralbank ausgegeben und wäre daher ebenso sicher. Für das digitale Bargeld braucht man kein Konto, sondern nur eine digitale „Brieftasche” bei der EZB. So kann eine Person einfach, kostenfrei und direkt Geld an eine andere Person zahlen.

Das digitale Geld soll auch den Bürgern digitale Zahlungen ermöglichen, die über kein Bankkonto oder ein Smartphone verfügen. Und es soll mehr Anonymität gewährleisten als kommerzielle Anbieter wie Paypal oder Klarna. Kritiker sehen den digitalen Euro als Schritt hin zur Abschaffung des physischen Bargelds und befürchten Überwachungsmöglichkeiten durch den Staat.

Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen

Vom einstecken, über Durchziehen zum Auflegen: Kartenzahlung wird unkomplizierter.
Vom einstecken, über Durchziehen zum Auflegen: Kartenzahlung wird unkomplizierter.

Die Corona-Pandemie brachte dem Online-Einkauf und dem kontaktlosen Bezahlen einen starken Schub: Bargeld galt als unhygienisch, die Kartenzahlung wurde erleichtert: Das Auflegen löste das Einstecken ab und die Grenzen für eine PIN-Abfrage wurden herabgesetzt. Auch das Bezahlen per Smartphone wird immer stärker genutzt.

Bargeldloses Bezahlen punktet mit Bequemlichkeit. Es erspart uns das Kramen im Geldtascherl, das Smartphone haben wir sowieso immer zur Hand und eine Karte kostet keinen Platz. Beide Zahlungsmittel liefern uns Geld, so lange wir Geld auf dem Konto haben - und darüber hinaus.

Bargeld müssen wir immer wieder aus dem Automaten ziehen. Es kann verloren gehen oder gestohlen werden. Beim Verlust einer Bankkarte kommen wir dagegen durch eine Sperrung in der Regel ohne finanziellen Schaden davon. Der vielleicht größte Vorteil beim bargeldlosen Bezahlen ist die Kostenkontrolle: Wir können , zum Beispiel mithilfe einer Banking-App, jederzeit nachvollziehen, was wir wann wofür ausgegeben haben.

Finanzen immer im Blick: Mobile Banking

E-Banking und mehr: Per App Finanzen hat man die Finanzen immer auf dem Schirm.
E-Banking und mehr: Per App Finanzen hat man die Finanzen immer auf dem Schirm.

Online-Banking hat sich durchgesetzt: 73 Prozent der Österreicher zwischen 16 und 74 Jahren erledigten im Jahr 2022 ihre Bankgeschäfte online, die Mehrzahl auf dem Mobiltelefon mit Apps wie der Wüstenrot App.

Die Wüstenrot App ist aber nicht nur eine einfach zu bedienende E-Banking-App. Darüber hinaus haben hier Wüstenrot-Kunden all ihre Versicherungen, Konten, Vorsorge- und Finanzprodukte auf dem Schirm. Wüstenrot ist als lebenslange Finanzbegleiter mit der App auch immer in der Hosentasche.

Fazit

Ist der Trend zum bargeldlosen Bezahlen unumkehrbar? Brauchen die Menschen nur Zeit, um sich an das bargeldlose Bezahlen zu gewöhnen - manche etwas mehr als andere? Werden auch die jungen Menschen, die mit Online-Shopping und Mobiltelefon aufwachsen, weiterhin am Bargeld hängen? Am Ende werden die Menschen entscheiden, ob das Bargeld noch eine Zukunft hat.

FAQs - häufig gestellte Fragen

Was gilt in Österreich aktuell bei Bargeld-Einzahlungen bei meiner Bank oder Sparkasse?
Bargeldeinzahlungen unter 10.000,00 EUR sind unproblematisch und ohne Auflagen möglich. Ab einem Betrag von 10.000 Euro greift das Geldwäschegesetz. Es muss nachgewiesen werden, woher das Geld stammt. Das kann beispielsweise durch Gehaltsabrechnungen, Verträge oder Rechnungen geschehen.

Wie würde sich eine Bargeldabschaffung auf das Finanzsystem auswirken?
Ohne Bargeld könnten die Zentralbanken die Geldmenge besser kontrollieren. Und sie könnte beispielsweise Menschen mit Negativzinsen auf Bankguthaben effektiver zum Geldausgeben bewegen. Sie könnten dann nicht mehr ins Bargeld flüchten.

Wer würde von einer Welt ohne Bargeld profitieren?
Die Gewinner einer Beschränkung des Bargelds wären zum einen die Banken: Bargeld und Geldautomaten zur Verfügung zu stellen, kostet sie viel Geld. Profitieren würden außerdem Kreditkartenanbieter und die Anbieter mobiler Bezahlmöglichkeiten. Neben den Gebühren lassen sich die bei jedem Kauf erzeugten Daten beispielsweise zu Werbezwecken nutzen.

Was wären die Nachteile einer kompletten Bargeldabschaffung?
Ohne Bargeld stellen technische Störungen, Cyberangriffe und Stromausfälle eine größere Gefahr dar. Menschen ohne Bankkonto oder Zugang zu digitalen Zahlungsmethoden würden ausgeschlossen.

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