Wenn Österreich bis 2040 klimaneutral sein möchte, kostet das viel Geld. Der Staat allein kann die dafür notwendigen Investitionen nicht schultern, deshalb braucht er privates Kapital. Eine Möglichkeit, um an das nötige Geld zu kommen, sind Staatsanleihen. So nennt man Papiere, die Staaten wie die Republik Österreich ausgeben.

Der Vorteil von Anleihen

Solche Anleihen werden erst nach langer Zeit zurückgezahlt und gelten meist als sichere Anleihen. Das hat für dich den Vorteil: Anleihen haben – wie andere Wertpapiere auch – bestimmte Chancen und Risiken. Bei Staatsanleihen hängt das Risiko unter anderem von der Bonität des jeweiligen Staates und von der Laufzeit ab. Bei Staatsanleihen besteht unter anderem ein Bonitäts- und Kursrisiko
Bislang hat die Republik eine ganze Reihe von Anleihen ausgegeben, aber zum ersten Mal im Mai 2022 eine explizit grüne. Die Anleihe über die vier Milliarden Euro wird 2049 zurückgezahlt, die jährliche Verzinsung, der sogenannte Kupon, lag bei 1,85 %. Im April 2023 folgte die zweite Anleihe mit einer Verzinsung von 2,95 Prozent.

Wie kannst du von Anleihen profitieren?

Aktienkurs
Staatsanleihen können je nach Bonität des Emittenten und Laufzeit unterschiedliche Risikoprofile aufweisen.

Du kannst die Bundesanleihe mit dem Kürzel AT0000A2Y8G4 direkt kaufen, wenn du über ein Wertpapierdepot verfügst. Außerdem hast du die Möglichkeit, indirekt in Anleihen investieren, deren Mittel für bestimmte ökologische und nachhaltigkeitsbezogene Projekte vorgesehen sind. Dafür kaufst du zum Beispiel Anteile an börsengehandelten Indexfonds (ETFs), die wiederum diese Anleihe erworben haben. Viele Fonds berücksichtigen bei der Auswahl ihrer Anlagen ökologische, soziale oder unternehmensbezogene Kriterien. In dem Fall ist die Bundesanleihe Österreichs nur ein Papier unter vielen.  

Wer kauft solche Anleihen?

Neben möglichen privaten Investoren sind vor allem die großen Vermögensverwalter oder Banken an dieser grünen Anleihe interessiert. Auch öffentliche Institutionen, Versicherungen und Pensionsfonds kaufen sie, um ihr Geld langfristig anzulegen. Die meisten Investoren kommen aus Deutschland, Österreich und den Benelux-Staaten. Dahinter folgen Investoren aus  weiteren Ländern und Regionen, heißt es bei der Bank Austria.

Was macht der Staat mit dem Geld?

Windräder an einer Straße
Windmühlen im Burgenland: mit der grünen Anleihe werden smarte Netze und Stromspeicher finanziert.

Österreich legt sich mit der Anleihe fest: Das Geld soll in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem der Eisenbahn, gesteckt werden. Auch erneuerbare Energien, beispielsweise intelligente Netze und Energiespeicher, nachhaltige Landwirtschaft oder nachhaltiges Wasser- und Abwassermanagement werden finanziert. Nicht unterstützt werden Atomkraft, Produktion und Transport von oder Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen. Ausgeschlossen ist auch die Finanzierung von Projekten, die mit Alkohol, Tabak, Glücksspiel und Waffen zu tun haben. Die Regierung will jedes Jahr Bericht darüber erstatten, wohin Geld geflossen ist und wie sich die Investitionen auf Umwelt und Klima ausgewirkt haben.

Seit wann gibt es nachhaltige Anleihen?

Die Idee von Green Bonds sind Anleihen, deren Mittel für festgelegte umweltbezogene Projekte eingesetzt werden. In Los Angeles bündelten Anleger Geld von Investoren, um erneuerbare Energien und Effizienzprojekte zu finanzieren. Später folgte die Europäische Investitionsbank und die Weltbank mit ähnlichen Anleihen. Bald legten auch Staaten solche Papiere auf: Frankreich und die Fidschi-Inseln hatten schon frühe  erstmals solche nachhaltigen Anleihen begeben, Polen und Irland folgten 2018, Deutschland hat seit 2020 drei Green Bonds ausgegeben. Österreich hat 2022 erstmals einen Green Bond begeben. BMF mitteilt. 

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