Schon in der Monarchie wird der Anfang gemacht

Die Grundlagen für das Gesundheitssystem in Österreich wurden schon vor fast 150 Jahren geschaffen: Seit 1889 gehörten gewerbliche und industrielle Arbeiter und Angestellte der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die Arbeitgeber übernahmen einen großen Teil der Beiträge. Schon damals war das System solidarisch angelegt – Beiträge richteten sich nach dem Einkommen, nicht nach dem Risiko; Leistungen wurden nach Bedarf gewährt. Gesunde finanzierten Kranke, Junge die Alten.

Schwarz weiß Foto von einem Mann der an einer Industriemaschine arbeitet
Schon seit 1889 gesetzlich krankenversichert: Arbeiter 1936 © CC Library of Congress

In den 1920er Jahren war der Versicherungsschutz noch fragmentarisch: Arbeiter, Angestellte und Beamte waren in unterschiedlichen Systemen versichert. Die Mehrheit der Bevölkerung war noch unversichert, Selbstständige und Landwirte beispielsweise mussten für ihre Gesundheitsvorsorge selbst aufkommen.

Und die Leistungen für Versicherte waren bescheiden. Die Krankenbehandlung beschränkte sich auf das Notwendigste, Selbstbehalte waren hoch, viele medizinische Behandlungen mussten privat finanziert werden. Zahnbehandlungen, spezialisierte Therapien oder längere Krankenhausaufenthalte konnten für Familien existenzbedrohend werden.

Die Private Unfallvorsorge von Wüstenrot

Sichert euch gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls ab
Sofortschutz: Bis max. € 100.000 nach einem Unfall
Zusatzpaket Privathaftpflicht: Speziell für junge Menschen zur Absicherung für Schadenersatzansprüche Dritter
Prämienbefreiung bei vollem Versicherungsschutz Bei Elternkarenz, Präsenz- und Zivildienst bis max. 1 Jahr
Kostenlose Unfallpauschale: Nach unfallbedingtem, ununterbrochenem Krankenhausaufenthalt von mehr als 14 Tagen
A picture from the fifties with a family on it, the parents and two children
Seit 1956 sind Familienangehörige mitversichert: Familie in den 1950er Jahren

Mehr Gesundheit für alle

Mit dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz wurde 1956 ein einheitliches System der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung geschaffen. Ein zentraler Baustein war die Mitversicherung von Familienangehörigen wie Ehepartnern und Kindern – ohne zusätzliche Beiträge. In den 1960er Jahren wurde die durch Beiträge finanzierte und vom Solidarprinzip getragene Krankenversicherung schrittweise auf weitere Berufsgruppen ausgedehnt.

Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit ermöglichte es, die Leistungen deutlich zu verbessern: Die hohen Selbstbehalte der Vergangenheit wurden von moderaten Eigenanteilen abgelöst, mehr Behandlungen wurden vollständig übernommen, die ärztliche Versorgung wurde massiv ausgebaut und das Netz an Krankenhäusern verdichtete sich. 

Wegweisend war auch der Anspruch auf eine jährliche Vorsorgeuntersuchung, der 1974 eingeführt wurde.

In den 1980er Jahren erreichte Österreich eine Versicherungsquote von über 95 Prozent. Die gesetzliche Krankenversicherung ist bis heute die tragende Säule der Gesundheitsversorgung. Dieses System hat sich bewährt – und macht Österreich zu einem der Länder mit der höchsten Lebenserwartung weltweit.

Dazu trug auch der medizinische Fortschritt bei. Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung bei chronischen Krankheiten: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs–Krankheiten, die in den 1920er Jahren kaum behandelbar waren, lassen sich heute oft erfolgreich therapieren oder sogar heilen.

Schwarz weiß foto von einem Kind in einem Krankenhausbett und einer Schwester die neben dem Bett steht
Krankenhaus in den 1960er-Jahren
Die Grundlagen der gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich

Pflichtversicherung:
Alle unselbständig oder selbständig Erwerbstätigen in Österreich sowie ihre Angehörigen sind grundsätzlich pflichtversichert.

Finanzierung:
Die Haupteinnahmequellen der Krankenversicherung sind die Pflichtbeiträge, die sowohl von Arbeitnehmer:innen als auch von Arbeitgeber:innen geleistet werden sowie staatliche Zuschüsse.

Solidaritätsprinzip:
Die Beiträge richten sich nach dem Einkommen. Die Leistungen sind unabhängig vom individuellen Beitrag und werden solidarisch finanziert – durch Versicherte, Arbeitgeber und Zuschüsse des Bundes.

Zugangsgerechtigkeit:
Das System garantiert allen Versicherten – unabhängig von Einkommen oder sozialem Status – gleichberechtigten Zugang zur medizinischen Versorgung.

Hohe Versichertenquote:
Nahezu alle Bürger:innen in Österreich sind krankenversichert.

Eine Szene von einem Autounfall und Rettungssanitäter die sich um eine verletzte Person kümmern
Verkehrsunfall: Private Unfallversicherungen übernehmen Folgekosten.

Sicher ist sicher: Private Vorsorge wird wichtiger

Das 21. Jahrhundert bringt Herausforderungen mit sich. Der demografische Wandel, steigende Behandlungskosten durch den medizinischen Fortschritt und wirtschaftliche Krisen setzen die Finanzierung des Gesundheitssystems unter Druck. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bevölkerung an die medizinische Versorgung kontinuierlich. Angesichts dieser Probleme gewinnt die private Gesundheitsvorsorge an Bedeutung. 

Private Krankenversicherungen ergänzen das gesetzliche System. Sie decken Kosten ab, die nicht oder nur teilweise übernommen werden, und bieten maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Lebenssituationen. Familien profitieren von Paketen für Eltern und Kinder, Sportler:innen von Tarifen mit Unfallschutz, Reisende von weltweitem Versicherungsschutz. Für chronische Erkrankungen stehen Zusatzversicherungen zur Verfügung.

Besonders für den Fall eines Unfalls setzen viele auf eine private Absicherung, denn die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt Folgekosten nur, wenn sich der Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem direkten Arbeitsweg ereignet hat. Doch rund 80 Prozent aller Unfälle passieren in der Freizeit, zu Hause oder beim Sport.

Speziell bei schweren Unfällen ist oft zusätzliche finanzielle Unterstützung nötig – etwa für barrierefreie Umbauten oder zur Rückzahlung laufender Kredite. In solchen Fällen springt die private Unfallversicherung ein.

morgen&mehr Vorsorge

Die morgen&mehr Vorsorge ist eure flexible Alters- bzw. Vermögensvorsorge. Ihr könnt entweder laufend Beiträge einzahlen oder eine Einmalzahlung tätigen. Ihr wählt selbst die Laufzeit und wie das Geld angelegt wird. Ideal, wenn ihr langfristig vorsorgen wollt und gleichzeitig flexibel bleiben möchtet.
flexibel, sicher & nachhaltig Geld anlegen
für Wünsche, Notfälle oder als flexible Altersvorsorge
Flexible Laufzeit. Flexible Auszahlung

Die Zukunft der Gesundheit

Fortschreitende Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Gentechnik werden das Gesundheitswesen tiefgreifend verändern.

  • Telemedizin, die während der COVID-19-Pandemie einen ersten Aufschwung erlebte, wird Standard. Sie ermöglicht Arztbesuche und Beratungen bequem von zu Hause aus. Davon profitieren besonders mobilitätseingeschränkte Personen und Menschen in ländlichen Regionen.
  • In Österreich bereits im Einsatz ist die elektronische Gesundheitsakte (ELGA). Gesundheitsdaten wie Laborwerte, Röntgenbilder oder Medikationspläne sind zentral gespeichert und können von Patient:innen sowie von Ärzt:innen, Krankenhäusern und Apotheken bei Bedarf sofort abgerufen werden. Das reduziert Doppeluntersuchungen und verhindert gefährliche Wechselwirkungen.
  • Smarte Versicherungstarife gewinnen an Bedeutung. Sie nutzen Echtzeitdaten aus Fitness-Trackern oder Gesundheits-Apps, um individualisierte Modelle zu entwickeln. Wer gesund lebt, Sport treibt und Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, kann von reduzierten Beiträgen profitieren. So entstehen neue Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten.
  • Der Prävention gehört die Zukunft. Statt Krankheiten zu behandeln, werden sie zunehmend verhindert. Durch Früherkennung und Gesundheitsförderung, aber auch durch Gentests. Sie ermöglichen es, individuelle Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Auch  Therapien werden zunehmend personalisiert – auf Basis genetischer Merkmale.
  • Künstliche Intelligenz leistet einen Beitrag zur Personalisierung. Sie analysiert Gesundheitsdaten und erstellt individuelle Gesundheitspläne – inklusive Empfehlungen für Ernährung, Sport und Stressbewältigung. Jede:r erhält damit einen digitalen Gesundheitscoach.

Fazit: Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunftspotenzial

Österreichs Gesundheitssystem hat sich in den letzten 100 Jahren grundlegend gewandelt – von einem begrenzten Schutz für wenige zu einer solidarischen Versorgung für alle.

Die Herausforderungen der Zukunft – demografischer Wandel, steigende Kosten – sind real, aber lösbar. Neue Technologien ermöglichen eine effizientere und individuellere Versorgung. Präventionsansätze helfen, die Lebensqualität zu steigern und Kosten zu senken.

Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt das Rückgrat des Systems. Die private Vorsorge gewinnt weiter an Bedeutung. Die medizinische Versorgung der Zukunft wird digitaler, präventiver und stärker auf den Einzelnen zugeschnitten sein.

Ein Krankenhausbett in einem Krankenhauszimmer in dem ein Patient lieg
Krankenhausaufenthalt: Zuzahlung pro Tag, ein Ein- oder Zweibettzimmer kostet extra.
FAQ – häufig gestellte Fragen

Wofür müssen Menschen, die in Österreich in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, Zuzahlungen (Selbstbehalte) leisten?

  • Für jedes von einem Arzt verschriebene und in der Apotheke abgeholte Medikament muss eine Rezeptgebühr entrichtet werden

  • bei einem stationären Krankenhausaufenthalt fällt ein täglicher Kostenbeitrag an – allerdings nur für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr

  • für orthopädische Schuheinlagen, Brillen, Hörgeräte, Prothese

  • bei Reha-Maßnahmen oder Kuraufenthalten

Welche Leistungen müssen Versicherte komplett selbst bezahlen?

  • Die Kosten für die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung in Spital

  • Ästhetische Behandlungen

  • Viele alternative Heilmethoden, wie Homöopathie, Akupunktur, Osteopathie oder Craniosacraltherapie, werden von der Krankenkasse nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen übernommen.

  • Kosten für hochwertigen Zahnersatz oder aufwendige kieferorthopädische Behandlungen

Irrtum, Änderungen und Tippfehler vorbehalten.