Banküberfälle spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Über viele Jahre waren sie Teil der öffentlichen Wahrnehmung. Wir erklären, warum sie selten geworden sind und wie sich Kriminalität im Finanzbereich verändert hat.
Die Zeiten, in denen maskierte Räuber mit gezückter Waffe in eine Bank stürmten, scheinen vorbei. Die Zahlen sprechen für sich: 2023 wurden in Österreich laut Bundeskriminalamt nur elf Banküberfälle registriert. 2008 waren es noch 139 – also rund zwölfmal so viele. Zwischen 2013 und 2023 summierten sich die Vorfälle auf insgesamt 388, davon konnten 269 aufgeklärt werden. Ein Bankraub ist heute schlicht nicht mehr lukrativ – und das Risiko ist zu hoch.
Banküberfälle wurden im 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil der Popkultur. Ob in Klassikern wie Heat oder Bonnie und Clyde: Die Filmgeschichte ist voller spektakulärer Raubzüge. Der „Heist-Film“ wurde zu einem eigenen Genre und zeigt die Planung und Durchführung eines Raubüberfalls oft aus dem Blickwinkel der Täter:innen.
Die Realität lieferte die Vorlagen. Im 19. Jahrhundert verübten Banden im Wilden Westen die ersten spektakulären Raubüberfälle. Die große Ära der Banküberfälle folgte in den USA der 1920er und 1930er Jahre. Banken waren damals noch relativ einfache Ziele: viel Bargeld, wenig Sicherheitsvorkehrungen.
In Österreich lag die Hochphase des Bankraubs zwischen Ende der 1980er- und Anfang der 2010er-Jahre. Viele waren mit Geiselnahmen verbunden. Legendär wurde Johann Kastenberger, genannt „Pumpgun-Ronnie“. Er überfiel Ende 1987 und Anfang 1988 acht Banken in Serie – mit einer Maske des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan vor dem Gesicht und bewaffnet mit einer Pumpgun. Ihm wurden mehrere Morde und eine Beute von rund 400.000 Euro zur Last gelegt. Er wurde gefasst und nahm sich das Leben.
Warum der Bankraub ausstirbt
Neben den klassischen Banküberfällen haben Kriminelle noch andere Methoden entwickelt, um Banken zu berauben:
Die Täter:innen erbeuteten Juwelen, Gold, Uhren und Bargeld im Gesamtwert von über 17 Millionen Euro. Sie wurden bis heute nicht gefasst.
Doch Banken und ihre Kund:innen haben aufgerüstet, die Sicherheitsstandards wurden erhöht.
10 Tage Gegen Phishing
Wichtiges Element der Cybersicherheit ist Aufklärung über betrügerische Methoden und Schutzvorkehrungen. Die wichtigste Regel: Erst lesen, dann klicken.
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Die Digitalisierung hat längst auch die Kriminalität erreicht. Denn Geld existiert größtenteils nur noch als Zahlen in Computersystemen. Die Cyberkriminellen von heute stürmen nicht mehr mit der Waffe in eine Bank. Sie sitzen vorm Bildschirm und bewegen sich im Netz. Sie versuchen mit „Phishing”-Methoden, sich Zugangsdaten zu Konten oder internen Netzwerken zu verschaffen. Der Begriff stammt vom englischen „fishing“ = „Angeln“ in Verbindung mit dem „P“ von „Passwort“. Zum Beispiel erhalten Nutzer:innen gefälschte E-Mails oder SMS von einer scheinbar vertrauenswürdigen Quelle, die sie auffordern, auf einen Link zu klicken oder persönliche Informationen einzugeben. Durch einen Klick auf einen solchen Link kann unbeabsichtigt Schadsoftware installiert werden, die Zugangsdaten ausspäht, Transaktionen manipuliert oder SMS-TANs abfängt. So wie andere Unternehmen werden auch Banken zum Ziel von Ransomware-Angriffen auf Server und Systeme, um den Geschäftsbetrieb zu stören und Geld zu erpressen.
Bankkund:innen sind im Zweifelsfall auf der sicheren Seite: Erfolgt eine unautorisierte Zahlung, haben also Kund:innen eine Transaktion nicht selbst veranlasst, muss die Bank den Betrag unverzüglich erstatten. Die Beweislast liegt bei der Bank: Sie muss nachweisen, dass die Transaktion korrekt authentifiziert war.
Kund:innen haften nur, wenn sie grob fahrlässig handeln und beispielsweise Zugangsdaten weitergeben oder den Verlust einer Karte nicht melden.
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FAQ – häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Banküberfällen in Österreich?
Zwischen 2013 und 2023 wurden 388 Banküberfälle registriert. Davon konnten 269 aufgeklärt werden – das entspricht einer Quote von rund 69 Prozent.
Muss ich mich als Bankkund:in gegen Cyberkriminalität schützen? Und wenn ja – wie?
Banken setzen hohe Sicherheitsstandards und haften in der Regel für Schäden. Doch ein Teil der Verantwortung liegt bei dir. Darauf solltest du achten: