Eine Finanzierung gehört für viele Menschen zu den größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Gleichzeitig trifft man diese Entscheidung meist nur ein oder zwei Mal. Entsprechend viele Fragen tauchen auf.
Wie beginne ich überhaupt?
Wie viel kann ich mir leisten?
Welche Rolle spielen Eigenmittel?
Und wie läuft eine Finanzierung Schritt für Schritt ab?
In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie der Weg zu einer Finanzierung typischerweise aussieht. Wir erklären die wichtigsten Schritte, geben Beispiele und zeigen, welche Unterlagen und Zahlen dabei eine Rolle spielen.
Unser Ziel: mehr Überblick und ein gutes Gefühl für den gesamten Prozess.
Lesetipps aus unserer Serie
Wenn man sich mit einer Finanzierung beschäftigt, spielen neben Zahlen auch Emotionen eine Rolle. Zwei Beiträge aus unserem Blog greifen genau diese Themen auf:
• Warum Unsicherheit bei großen Finanzentscheidungen ganz normal ist
• Kreditangst: Sind Schulden immer schlecht?
Für diesen Beitrag haben wir Zahlen und Abläufe zusammengetragen und auch mit jemandem gesprochen, der täglich genau diese Fragen beantwortet: Wüstenrot Privatkundenberaterin Christine Huber begleitet Kund:innen Schritt für Schritt auf dem Weg zur Finanzierung, von der ersten Idee bis zum Einzug.
„Ich sehe oft, dass Menschen durch Medien, Bekannte oder Verwandte verunsichert sind und glauben, sie könnten sich ohnehin nichts leisten. Ein Beratungsgespräch bringt hier oft schnell Klarheit.“
In diesem Beitrag schauen wir uns nun ganz praktisch an, wie eine Finanzierung abläuft.
Neben Zahlen spielen auch persönliche Überlegungen eine Rolle.
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
• Habt ihr finanzielle Reserven für unerwartete Ausgaben?
• Wie stabil ist euer Einkommen aktuell?
• Plant ihr größere Veränderungen wie Familienzuwachs oder berufliche Veränderungen?
• Wie wichtig ist euch finanzieller Spielraum im Alltag?
Solche Überlegungen helfen dabei, eine Finanzierung zu wählen, die langfristig gut zu eurer Lebenssituation passt.
Denn: Finanzierung ist nie „one size fits all“.
Je nach Lebenssituation können ganz unterschiedliche Modelle sinnvoll sein.
Der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer Finanzierung ist immer ein Beratungsgespräch bei einer Expertin oder einem Experten. Dieses Gespräch ist bei Wüstenrot immer absolut unverbindlich und kostenlos. Solltet ihr nach dem Termin zu der Entscheidung gelangen, dass eine Finanzierung doch nicht (oder noch nicht) das Richtige für euch ist: Voll ok! Die Entscheidung liegt letztendlich bei euch und ihr müsst euch dabei gut fühlen.
Wie laufen diese Gespräche nun ab? Wer eine Finanzierung plant, hört im Beratungsgespräch häufig ähnliche Fragen. Sie helfen dabei, eure finanzielle Situation besser zu verstehen und eine passende Finanzierung zu finden. Aber keine Angst: Das ist kein Test und ihr müsst auch keine vollständige Liste an Antworten parat haben. Es geht lediglich darum, euer Vorhaben abzustecken und sich dem weiteren Ziel gemeinsam zu nähern.
Eine Vorbereitung auf den Termin hilft natürlich dabei, auch konkrete Antworten zu bekommen. Eure Beraterin oder euer Berater helfen euch natürlich dabei, alle Zahlen und Unterlagen zusammenzutragen.
Wie hoch ist euer gemeinsames monatliches Nettoeinkommen?
Welche regelmäßigen Fixkosten habt ihr aktuell?
Gibt es bestehende Kredite oder Leasingverträge?
Wie viel Eigenmittel könnt ihr einbringen?
Plant ihr größere Veränderungen in den nächsten Jahren?
Welche monatliche Belastung fühlt sich langfristig gut tragbar an?
Habt ihr finanzielle Reserven für unerwartete Ausgaben?
Wie lange möchtet ihr eure Finanzierung ungefähr laufen lassen?
Welche Immobilie oder welches Projekt plant ihr konkret?
Welche Förderungen könnten für euch infrage kommen?
Wie uns Christine Huber erzählt, kommen Kund:innen zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten:
Manche stehen ganz am Anfang und wollen wissen, was sie sich leisten können. Andere haben schon eine Wohnung besichtigt oder sogar Angebote vorliegen. Entsprechend unterschiedlich ist auch der Fokus im Gespräch.
Haushaltsbudget realistisch berechnen
Eigenmittel zusammenstellen
Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf einplanen
Maximale Finanzierungssumme abschätzen
Unterlagen für eine erste Finanzierungseinschätzung vorbereiten
Fördermöglichkeiten prüfen
Finanzierungsszenarien vergleichen
Finanzielle Reserven einplanen
Beratungsgespräch vorbereiten
Finanzierungsentscheidung bewusst treffen
Bevor ihr euch auf Immobiliensuche macht, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf eure Finanzen.
Schaut euch an: Was kommt monatlich rein und was geht fix raus? Erst wenn ihr das klar vor euch habt, könnt ihr einschätzen, welche Rate sich für euch wirklich gut anfühlt.
Wichtige Fragen:
• Wie hoch ist euer monatliches Nettoeinkommen?
• Welche Fixkosten habt ihr aktuell?
• Welche Rate fühlt sich langfristig gut an?
Als grobe Orientierung gilt: Viele Haushalte planen etwa 30 bis 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Wohnen ein. Aber: Das ist nur ein Richtwert, entscheidend ist immer eure persönliche Situation.
„Im Erstgespräch finden wir gemeinsam heraus, was sich für die Kund:innen langfristig gut und machbar anfühlt.“, erzählt Christine Huber.
Eigenmittel sind euer finanzielles Fundament. Je mehr ihr selbst einbringt, desto geringer fällt die benötigte Kreditsumme aus und oft auch die monatliche Belastung.
Zu den Eigenmitteln zählen: z.B.:
• Ersparnisse
• Bausparguthaben
• Wertpapiere
• Unterstützung durch Familie
Zusätzlich zu rund 20 % Eigenkapital solltet ihr auch die Kaufnebenkosten (ca. 8–10 %) berücksichtigen.
Tipp von Christine Huber:
„Sinnvoll ist es, zuerst die vorhandenen Eigenmittel einzusetzen und die Finanzierung erst später in Anspruch zu nehmen. Denn Zinsen fallen ab der ersten Auszahlung an – je später diese erfolgt, desto besser.“
Neben dem Kaufpreis kommen noch einige zusätzliche Kosten auf euch zu und genau die werden oft unterschätzt.
Dazu zählen zum Beispiel Steuern, Grundbuch, Notar oder Makler. Insgesamt solltet ihr hier mit etwa 8 bis 10 Prozent des Kaufpreises rechnen, diese setzen sich wie folgt zusammen:
• Grunderwerbsteuer (3,5 %)
• Grundbuch (1,1 %)
• Notar/Vertrag (ca. 1–3 %)
• Makler (bis zu 3 % + USt)
Wichtig: Diese Kosten solltet ihr von Anfang an mitdenken, idealerweise als Teil eurer Eigenmittel.
Jetzt wird’s konkreter: Wie viel könnt und wollt ihr euch leisten?
Dabei geht es nicht darum, das absolute Maximum herauszuholen, sondern eine Summe zu finden, die sich für euch langfristig gut anfühlt.
Diese Faktoren spielen dabei eine Rolle:
• Einkommen
• Fixkosten
• Eigenmittel
• gewünschte Rate
Genau hier hilft euch eine Beratung, verschiedene Szenarien durchzuspielen und euren Spielraum realistisch einzuschätzen.
Damit ihr eine fundierte Einschätzung bekommt, braucht es ein paar Unterlagen, vor allem zu eurem Einkommen, euren Ausgaben und euren bestehenden Verpflichtungen.
Typische Unterlagen:
• Gehaltszettel
• Kontoauszüge
• Übersicht über bestehende Kredite
• Nachweise über Eigenmittel
Aus der Praxis von Christine Huber:
„Nach dem ersten Gespräch kann ich eine erste Einschätzung geben. Die konkreten Möglichkeiten ergeben sich, sobald alle Unterlagen geprüft sind.“
Je nach Situation könnt ihr von verschiedenen Förderungen profitieren – zum Beispiel im Rahmen der Wohnbauförderung.
Tipp: Kümmert euch früh darum. Förderungen können einen spürbaren Unterschied machen.
Jetzt geht es darum, verschiedene Varianten durchzurechnen.
Wie verändert sich eure Rate bei unterschiedlicher Laufzeit? Was passiert bei einem anderen Zinssatz?
Ein wichtiger Punkt aus der Praxis von Christine Huber:
"Ich rechne bewusst auch Szenarien mit höheren Zinssätzen. So bekommen Kund:innen ein realistisches Gefühl für ihre Belastung."
Neben der monatlichen Rate solltet ihr auch an einen Puffer denken.
Denn im Alltag kommt immer wieder etwas Unerwartetes: eine Reparatur, ein neues Gerät oder Veränderungen im Job.
Empfehlung: etwa 3–6 Monatsausgaben als Reserve.
Typische unerwartete Kosten können sein:
• Reparaturen
• Haushaltsgeräte
• Auto
• Einkommensänderungen
Deshalb gilt: Plant zusätzlich zur Finanzierung Rücklagen von etwa drei bis sechs Monatsausgaben ein.
Ein gutes Gespräch spart euch später viel Zeit und Unsicherheit.
Wenn ihr euch vorbereitet, also eure Zahlen kennt und eure Fragen notiert, könnt ihr das Gespräch gezielt nutzen.
Themen einer Erstberatung können sein:
• Einnahmen-/Ausgabenübersicht
• Eigenmittel
• Infos zur Immobilie
• offene Fragen
Unsere Beraterin betont: „Ein Erstgespräch dauert oft rund zwei Stunden. Mir ist wichtig, dass meine Kund:innen alle Themen in Ruhe verstehen und gut informiert sind.“
Also: Keine Sorge, es gibt keine falschen Fragen! Ein Beratungstermin ist genau dazu da, um eure Unsicherheiten, Ängste und Unklarheiten anzusprechen.
Am Ende steht eure Entscheidung.
Und die sollte nicht nur rechnerisch passen, sondern sich auch gut anfühlen – in eurem Alltag, in eurer Planung und mit Blick auf die nächsten Jahre.
Abschließender Rat von Christine Huber:
Ich rate jedem, sich beraten zu lassen. Oft zeigt sich, dass mehr möglich ist, als man denkt.
Der Weg zur Finanzierung wirkt am Anfang komplex. In der Praxis besteht er aus klaren, nachvollziehbaren Schritten.
Wer sich früh mit den wichtigsten Fragen beschäftigt, realistisch plant und sich begleiten lässt, trifft diese große Entscheidung mit deutlich mehr Sicherheit und einem guten Gefühl.
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