Sparen klingt oft einfacher, als es im Alltag ist. Miete, Lebensmittel, Energie, Mobilität und die kleinen Ausgaben zwischendurch sind schnell bezahlt und plötzlich ist der Monat fast vorbei. Rund um den Weltspartag schauen wir deshalb darauf, wie Sparen auch mit kleinen Beträgen funktionieren kann, warum Regelmäßigkeit oft wichtiger ist als die Höhe der Sparrate und wie ihr einen Modus findet, der wirklich zu eurem Leben passt.
Sparen ist ein bisschen wie Sport: Alle wissen, dass es gut wäre, regelmäßig damit anzufangen, und trotzdem kommt oft etwas dazwischen. Wir von Wüstenrot können beim Thema Sparen zumindest behaupten: Wir beschäftigen uns ziemlich intensiv damit. Seit 100 Jahren geht es bei uns um Geld, Wohnen, Vorsorge und die Frage, wie Menschen ihre finanziellen Ziele erreichen können.
Der Weltspartag ist deshalb eine gute Gelegenheit, einmal genauer hinzuschauen: Was bleibt am Monatsende übrig? Wofür möchte ich in den nächsten Jahren Geld zur Seite legen? Und wie viel lässt sich jeden Monat tatsächlich sparen, ohne dass dafür gleich der ganze Alltag umgekrempelt werden muss?
Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt übrigens, wie unterschiedlich Sparen im Alltag aussieht: Österreichische Haushalte haben 2025 durchschnittlich 9,9 % ihres verfügbaren Einkommens gespart. Gleichzeitig gab mehr als ein Drittel der Haushalte im dritten Quartal 2025 an, in einem durchschnittlichen Monat gar nichts zurückzulegen.
Vielleicht kennt ihr diese Situation: Das Gehalt ist da, alle Fixkosten gehen weg, dann kommen Einkauf, Tanken, Freizeit und irgendeine Rechnung, die man gerade nicht auf dem Radar hatte. Der gute Vorsatz „Diesen Monat spare ich etwas“ wandert damit wieder auf den nächsten Monat.
Gerade wenn die Lebenshaltungskosten einen großen Teil des Einkommens beanspruchen, wirkt Sparen schnell wie etwas, das erst möglich wird, wenn generell mehr Geld zur Verfügung steht. Dann stellt ihr euch vermutlich die klassische Frage: „Lohnt sich das überhaupt?“
Wir behaupten an dieser Stelle einmal, wir kennen uns mit Sparen aus und sagen: Aber sicher! Ein kleiner Betrag wirkt erst wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber tatsächlich läppern sich die angeblichen Mini-Beträge rasch zu einer Summe, die eine größere Ausgabe erst möglich macht.
Sprechen wir also über ein paar hilfreiche Tipps, wie ihr euch Spar-Gewohnheiten und damit einen wichtigen finanziellen Polster aufbauen könnt.
Bevor es also um konkrete Beträge und Spartipps geht, lohnt sich eine kleine Bestandsaufnahme: Welcher Spar-Typ seid ihr eigentlich?
Beim Sparen gibt es ganz unterschiedliche Gewohnheiten. Manche legen regelmäßig einen festen Betrag zur Seite, andere schauen erst am Monatsende, was noch da ist. Wieder andere sparen ganz gezielt für den nächsten Urlaub oder haben bereits einen Notgroschen für jene Ausgaben, die garantiert immer dann kommen, wenn man sie gerade nicht brauchen kann.
Wo findet ihr euch wieder?
Wenn ihr beim ersten oder letzten Punkt ein Kreuz gemacht habt, muss daraus kein großes Sparprojekt werden. Schaut euch einmal an, was jeden Monat reinkommt und wofür ihr Geld ausgebt. Vielleicht findet ihr einen Betrag, bei dem ihr denkt: Das könnte sich ausgehen. Diesen Betrag könnt ihr für die nächsten drei Monate ausprobieren. Danach wisst ihr schon ziemlich gut, ob er zu eurem Alltag passt oder ob ihr ihn nach oben oder unten korrigieren wollt.
Damit stellt sich auch gleich die nächste Frage: Wofür soll das Geld eigentlich da sein? Denn ein konkretes Ziel macht das Sparen oft greifbarer.
Sparen wird oft einfacher, sobald das Geld einen konkreten Zweck bekommt. Dabei hilft es, drei Bereiche gedanklich auseinanderzuhalten.
Ein Notgroschen ist für unerwartete Ausgaben gedacht: Die Waschmaschine gibt auf, beim Auto steht eine Reparatur an oder eine andere notwendige Ausgabe kommt ungeplant dazu. Je nach Lebenssituation können einige Monatsausgaben als langfristiges Ziel für diese Reserve sinnvoll sein. Wer gerade erst damit beginnt, kann sie Schritt für Schritt aufbauen.
Ein Sparziel hat einen konkreten Zweck. Urlaub, Führerschein, Möbel, Auto oder Eigenmittel für später lassen sich meist zeitlich einordnen. Dadurch könnt ihr leichter berechnen, welcher monatliche Betrag zu eurem Ziel passt.
Bei der langfristigen Vorsorge geht der Blick weiter nach vorne. Wohnen, Ausbildung, größere Lebenspläne oder die finanzielle Absicherung im Alter können dazugehören. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wann ihr das Geld benötigt und wie flexibel ihr darauf zugreifen möchtet.
Egal, welches Ziel dahintersteht: Irgendwann landet man bei der Frage, die wahrscheinlich am häufigsten gestellt wird: Wie viel sollte man eigentlich jeden Monat sparen?
Die eine richtige Zahl gibt es nicht. Einkommen, Wohnkosten, Familie, Mobilität und andere laufende Verpflichtungen sehen bei jedem anders aus. Eine fixe Prozentregel passt deshalb selten für alle.
100 Euro im Monat sind für die einen problemlos machbar, für andere derzeit schlicht nicht drin. Vielleicht sind es bei euch 20 Euro, vielleicht nur fünf. Beides ist völlig in Ordnung. Lieber einen kleinen Betrag regelmäßig weglegen, als sich eine Sparrate vorzunehmen, die schon nach zwei Monaten wieder zurück aufs Girokonto wandert.
| Monatlicher Betrag | Nach 1 Jahr | Nach 5 Jahren * |
| 5 € | 60 € | 300 € |
| 20 € | 240 € | 1.200 € |
| 50 € | 600 € | 3.000 € |
| 100 € | 1.200 € | 6.000 € |
Reines Rechenbeispiel ohne Zinsen oder Rendite.
5 Euro im Monat klingen zunächst nicht nach besonders viel. Nach einem Jahr sind daraus immerhin 60 Euro geworden, nach fünf Jahren 300 Euro. Bei 50 Euro monatlich liegen nach fünf Jahren bereits 3.000 Euro auf der Seite. Das kann eine unerwartete Ausgabe abfedern, einen Teil des nächsten Urlaubs finanzieren oder der erste Schritt zu einem größeren Sparziel sein.
Und damit sind wir bei einem Punkt, der beim Sparen leicht unterschätzt wird: Der größte Gegner eures Sparziels ist der Monat, in dem man wieder gar nichts zurücklegt.
Ein Prinzip, das beim Sparen helfen kann, heißt „Pay yourself first“. Die Idee dahinter ist ziemlich einfach: Statt darauf zu warten, das Übriggebliebene am Ende zu sparen, legt ihr den Betrag gleich zur Seite, sobald das Gehalt am Konto ist. Was am Ende des Monats noch am Konto bleibt, könnt ihr mit gutem Gewissen ausgeben.
Wie hoch der Betrag ist, ist dabei gar nicht so wichtig. Er sollte vor allem zu eurem Budget passen. Wenn ihr jeden Monat 100 Euro weglegt und sie drei Wochen später wieder zurücküberweisen müsst, ist damit wenig gewonnen. Lieber mit einem Betrag anfangen, der sich gut ausgeht. Erhöhen könnt ihr ihn später immer noch.
Probiert es zum Beispiel mal mit einem Dauerauftrag über 10, 20 oder 50 Euro direkt nach dem Gehaltseingang. Das Geld ist dann schon weg, bevor es überhaupt in Versuchung gerät, für etwas anderes draufzugehen.
So wird aus dem guten Vorsatz eine Gewohnheit und ihr müsst euch nicht jeden Monat aufs Neue überlegen, ob diesmal etwas fürs Sparen übrig bleibt.
Sparen heißt nicht automatisch, auf alles zu verzichten, was Spaß macht. Meist lohnt sich zunächst ein Blick auf die Ausgaben, die nebenbei laufen und deshalb kaum auffallen: Streamingdienste, Apps, Mitgliedschaften, Liefergebühren, Tarife oder der eine oder andere Impulskauf. Für sich genommen sind das meist keine großen Beträge, über ein paar Monate kommt trotzdem einiges zusammen.
Tricky ist, dass wir diese kleinen laufenden Beträge auch schnell vergessen und sie unbemerkt weiter vom Konto abgezogen werden. Daher macht es Sinn, alle sechs Monate die Abos und laufenden Verträge zu kontrollieren.
Das, was ihr bei so einem Kontrollgang einspart, kann vielleicht euer neuer „Pay yourself first“-Betrag sein, der ab sofort jeden Monat als Erstes aufs Sparkonto wandert. So fühlt es sich vielleicht gar nicht nach einer neuen Ausgabe an, sondern eher danach, dass ihr eine alte losgeworden seid.
Und neben den kleinen laufenden Ausgaben gibt es noch eine andere Möglichkeit, beim Sparen Ordnung hineinzubringen: größere Ausgaben, die eigentlich gar nicht so überraschend kommen.
Versicherungen, Urlaub, Weihnachtsgeschenke, Autoreparaturen oder ein jährliches Service stehen schließlich oft schon lange vorher fest. Wer dafür jeden Monat einen kleinen Betrag reserviert, verteilt die Kosten über das ganze Jahr und erlebt die Rechnung später weniger schmerzhaft.
Bei schwankendem Einkommen kann eine fixe Sparrate schwierig sein. Dann kann ein selbst gewählter Prozentsatz besser zum eigenen Alltag passen: Nach jedem Zahlungseingang wird ein kleiner Anteil zurückgelegt, in Monaten mit geringerem Einkommen entsprechend weniger.
Eine weitere Möglichkeit ist ein persönlicher Mindestbetrag, der fast immer machbar ist, ergänzt um zusätzliche Einzahlungen in guten Monaten. Damit bleibt die Sparroutine bestehen und kann sich trotzdem an die finanzielle Situation anpassen.
Auch hier gilt: Die beste Sparrate ist am Ende jene, die zu eurem Leben passt und mit der ihr dauerhaft zurechtkommt.
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Beim Sparen muss am Anfang keine beeindruckende Summe auf dem Konto stehen. Fünf, 20 oder 50 Euro wirken einzeln betrachtet vielleicht überschaubar, über Monate und Jahre kommt trotzdem etwas zusammen.
Vielleicht beginnt ihr mit einem kleinen Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang. Vielleicht schaut ihr zuerst eure Abos und laufenden Verträge durch. Vielleicht habt ihr auch schon ein konkretes Ziel vor Augen, für das ihr ab sofort regelmäßig etwas zur Seite legt.
Wichtig ist vor allem, dass ihr einen Betrag findet, der zu eurem Alltag passt. Denn aus kleinen Beträgen kann mit der Zeit ein ordentliches Polster werden – und aus einem guten Vorsatz eine Spargewohnheit, die irgendwann ganz selbstverständlich dazugehört.
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