1.200 Euro für den nächsten Urlaub. 3.000 Euro für ein neues Auto. Oder 6.000 Euro als finanzielle Reserve. Bei Sparzielen hilft eine einfache Rechnung: Wie viel Geld brauche ich und wie viel Zeit habe ich dafür? In unserem großen Spar-Check zeigen wir euch, wie ihr eure persönliche Sparrate berechnet, einen passenden Notgroschen aufbaut und größere Ausgaben übers Jahr verteilt. Dazu gibt es einfache Rechenbeispiele und konkrete Richtwerte, mit denen ihr eure eigene finanzielle Situation besser einschätzen könnt.
Seit mehr als 100 Jahren dreht sich bei Wüstenrot alles um eine einfache Idee: Geld zur Seite zu legen, damit später etwas daraus werden kann. Heute sparen die österreichischen Haushalte im Durchschnitt rund 10 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, um für unerwartete oder große Ausgaben etwas parat zu haben. Aber eine durchschnittliche Sparquote sagt noch nicht, ob eure eigene Rechnung aufgeht.
Rund um den Weltspartag nehmen wir deshalb eure Rücklagen einmal genauer unter die Lupe. Ihr könnt mit wenigen Zahlen selbst ausrechnen, welche Sparrate zu euren Zielen passt, wie ihr planbare Ausgaben übers Jahr verteilt und wie viel Puffer für Unvorhergesehenes sinnvoll sein kann.
Viele kennen ihre monatlichen Kosten ziemlich genau. Schwieriger wird es bei der Frage: Spare ich eigentlich genug?
Bevor ihr über Sparziele nachdenkt, braucht ihr einen halbwegs realistischen Blick auf euer Monatsbudget. Und dafür reicht meistens schon ein Blick auf die letzten zwei oder drei Kontoauszüge.
Schreibt einmal auf:
Nettoeinkommen: Was kommt jeden Monat tatsächlich auf euer Konto?
Fixkosten: Miete oder Kredit, Energie, Versicherungen, Handy, Internet, Abos …
variable Ausgaben: Lebensmittel, Tanken, Freizeit, Kleidung, Restaurantbesuche …
unregelmäßige Ausgaben: Urlaub, Geschenke, Reparaturen, Versicherungszahlungen, Servicekosten …
bisherige Sparrate: Was legt ihr aktuell tatsächlich zurück?
Dann rechnet ihr: Einkommen – laufende Ausgaben – Rücklagen für unregelmäßige Ausgaben = Betrag, der fürs Sparen zur Verfügung steht
Ein Beispiel:
Ihr habt monatlich 2.500 Euro netto zur Verfügung. Für Fixkosten und laufende Ausgaben gehen durchschnittlich 1.900 Euro drauf. Weitere 200 Euro möchtet ihr für Urlaub, Versicherungen und andere größere Ausgaben zurücklegen. Dann bleiben 400 Euro im Monat, die ihr für weitere Sparziele, den Notgroschen oder langfristige Vorsorge einsetzen könnt.
Das Monatsbudget ist schon einmal ein guter Anhaltspunkt, aber was ist mit Ausgaben, die ihr nur einmal im Jahr zahlt? Deshalb solltet ihr euch neben dem Monatsbudget ein Jahresbudget machen, um wirklich alle Kosten zu berücksichtigen, die im Laufe des Jahres auf euch zukommen.
Dafür nehmt ihr eure regelmäßigen Jahresausgaben, addiert sie und teilt die Summe durch zwölf. Kostet die Haushaltsversicherung zum Beispiel 240 Euro im Jahr, sind das 20 Euro pro Monat. Kommen noch 600 Euro für Versicherungen, 300 Euro für Geschenke und 1.200 Euro für den Urlaub dazu, ergibt das 2.100 Euro im Jahr – also insgesamt 175 Euro, die ihr jeden Monat für diese Ausgaben zurücklegen solltet.
So wird aus eurem Monatsbudget ein realistischeres Jahresbudget: Ihr seht nicht nur, was am Monatsende übrig bleibt, sondern auch, welche größeren Zahlungen noch anstehen.
Die einfache Rechnung:
Jährliche Ausgaben ÷ 12 = monatliche Rücklage
Beispiel:
2.100 Euro Jahresausgaben ÷ 12 = 175 Euro monatliche Rücklage
Wenn ihr also 2.500 Euro netto verdient und für laufende Ausgaben im Schnitt 1.900 Euro pro Monat braucht, bleiben zunächst 600 Euro. Davon gehen in unserem Beispiel bereits 175 Euro für die übers Jahr verteilten Ausgaben weg. 425 Euro bleiben damit für eure eigentliche Sparrate.
Was danach übrig bleibt, ist eure Ausgangsbasis für die nächsten Schritte.
Wofür wollt ihr, könnt ihr, sollt ihr sparen?
Übrigens: 43 % der Menschen in Österreich, die monatlich Geld zurücklegen, nennen die Vorsorge für Notsituationen als wichtigsten Spargrund.
Zur Orientierung: Lasst uns die häufigsten Sparziele in drei Bereiche aufteilen.
1. Notgroschen: Geld für Dinge, die ungeplant passieren.
2. Rücklagen: Geld für Ausgaben, die planbar sind, aber nicht jeden Monat kommen.
3. Sparziele: Geld für etwas, das ihr euch bewusst vornehmt, vom Urlaub bis zum Eigenheim.
Daneben kann langfristige Vorsorge ein eigener Bereich sein. Je nachdem, wann ihr das Geld benötigt und wie flexibel es verfügbar sein soll, kommen dafür unterschiedliche Lösungen infrage.
Beim Notgroschen wird häufig mit mehreren Monatsausgaben als Orientierung gearbeitet. Eine fixe Summe, die für alle passt, gibt es dabei nicht.
Wer beispielsweise monatlich 2.000 Euro für die wichtigsten laufenden Ausgaben benötigt, hat mit 2.000 Euro bereits einen ersten Puffer. 6.000 Euro würden drei Monatsausgaben abdecken.
Rechenbeispiel:
| Eure notwendigen Ausgaben pro Monat | Reserve für 1 Monat | Reserve für 3 Monate |
| 1.500 € | 1.500 € | 4.500 € |
| 2.000 € | 2.000 € | 6.000 € |
| 2.500 € | 2.500 € | 7.500 € |
| 3.000 € | 3.000 € | 9.000 € |
Wenn ihr noch ganz am Anfang steht, könnt ihr den Notgroschen auch in Etappen aufbauen: erst 500 Euro, dann 1.000 Euro und danach weiter Richtung gewünschter Reserve.
Der Urlaub im Sommer, die Jahresprämie der Versicherung im Herbst und die Weihnachtsgeschenke im Dezember sind eigentlich keine Überraschungen, trotzdem kann es knapp werden, wenn es kein Standardmonat an Ausgaben ist.
Hier hilft eine einfache Rechnung.
Ihr wisst, dass ihr für bestimmte Ausgaben im kommenden Jahr insgesamt 2.400 Euro brauchen werdet. Teilt ihr den Betrag durch zwölf Monate, ergibt sich eine monatliche Rücklage von 200 Euro.
| Ausgabe | Jahresbetrag | Monatliche Rücklage |
| Urlaub | 1.200 € | 100 € |
| Versicherungen | 600 € | 50 € |
| Weihnachtsgeschenke | 300 € | 25 € |
| Auto-Service/Reparaturen | 300 € | 25 € |
| Gesamt | 2.400 € | 200 € |
Damit verändert sich auch der Blick auf eure Sparrate, denn die 200 Euro sind nicht einfach „weg“, sondern erfüllen bereits einen konkreten Zweck. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn ein großer finanzieller Brocken einfach von den geplanten Rücklagen entnommen werden kann, anstatt den Betrag bei den laufenden Kosten zusätzlich abzwacken zu müssen.
Bei einem konkreten Sparziel wird es noch einfacher.
Ihr möchtet in 18 Monaten 3.000 Euro für eine größere Anschaffung wie zum Beispiel ein Rennrad zurücklegen. Dafür könnt ihr folgendermaßen rechnen:
3.000 Euro ÷ 18 Monate = rund 167 Euro pro Monat
Oder ihr plant einen Urlaub um 2.400 Euro und habt dafür acht Monate Zeit:
2.400 Euro ÷ 8 Monate = 300 Euro pro Monat
Solche Rechnungen können auch zeigen, wenn ein Ziel aktuell zu ambitioniert ist und ihr eben nicht 300 Euro pro Monat zusätzlich zurücklegen könnt.
Dann habt ihr drei Möglichkeiten: Ihr erhöht den Zeitraum (wenn möglich), reduziert den Zielbetrag oder findet einen zusätzlichen Betrag, der monatlich dafür zur Verfügung steht.
Was kostet es?
→ 3.000 Euro
Wann brauche ich das Geld?
→ in 18 Monaten
Was muss ich dafür monatlich zurücklegen?
→ rund 167 Euro
Jetzt könnt ihr eure Zahlen zusammenführen.
Angenommen, ihr habt monatlich 400 Euro für Sparen und Rücklagen zur Verfügung. Ihr braucht 200 Euro für planbare jährliche Ausgaben und möchtet gleichzeitig euren Notgroschen weiter aufbauen.
Dann könnten beispielsweise 200 Euro in die Rücklagen und 200 Euro in den Notgroschen fließen.
Ist der Notgroschen bereits gut gefüllt, kann sich das Verhältnis verändern. Dann könnten die 400 Euro beispielsweise auf ein konkretes Sparziel und langfristige Vorsorge aufgeteilt werden.
Macht es dann Sinn, alles Gesparte in einem Sparkonto zusammenzufassen?
Wenn ihr beispielsweise 5.000 Euro auf einem Sparkonto habt, kann es hilfreich sein, gedanklich festzuhalten, wofür dieses Geld gedacht ist:
2.500 Euro Notgroschen
1.500 Euro Urlaub
1.000 Euro Auto und Reparaturen
Damit wisst ihr auch, dass die 5.000 Euro nicht automatisch 5.000 Euro „freies Geld“ sind.
Wer lieber mit mehreren Konten oder Sparzielen arbeitet, kann die Beträge auch tatsächlich trennen. Das kann gerade bei mehreren Zielen für mehr Übersicht sorgen.
Ein Sparplan ist kein Vertrag mit euch selbst, den ihr unter allen Umständen erfüllen müsst. Gehaltserhöhung, Jobwechsel, Familienzuwachs, größere Anschaffungen oder eine unerwartete Rechnung können das monatliche Budget verändern.
Deshalb lohnt sich ein Spar-Check etwa einmal im Jahr oder immer dann, wenn sich eure Lebenssituation deutlich verändert.
Ein praktischer Termin dafür kann übrigens der Weltspartag selbst sein: einmal im Jahr Konto, Rücklagen und Sparziele durchsehen, Beträge aktualisieren und überlegen, ob eure bisherige Aufteilung noch passt.
Wenn ihr Hilfe braucht, machen wir es gerne gemeinsam. In einem unverbindlichen und kostenlosen Beratungsgespräch schauen wir uns eure finanzielle Situation an und stellen einen Plan auf.
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„Ich möchte mehr sparen“ ist ein guter Vorsatz. Mit einer konkreten Zahl wird daraus ein Plan. Wenn ihr wisst, welche Ausgaben im nächsten Jahr auf euch zukommen, wie viel Reserve ihr haben möchtet und welches Ziel ihr verfolgt, lässt sich die monatliche Summe ziemlich einfach ausrechnen und über die Zeit ein finanzielles Polster anhäufen für Pläne und Wünsche.
Wer seine persönliche Situation, seine Ziele und mögliche Spar- und Vorsorgelösungen einmal gemeinsam durchrechnen möchte, kann das beim kostenlosen und unverbindlichen Financial Fitness Check von Wüstenrot machen.