10 skurrile Wertanlagen
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10 skurrile Wertanlagen – und was du wissen musst

Schön, wenn das Hobby auch ein Rendite-Bringer ist. Reich werden ist aber auch bei exzentrischen Anlageformen nur wenigen Kennern oder Glücklichen vorbehalten. Wir stellen die besten Wertanlagen für Liebhaber und Sammler vor.

Lesedauer: 2 Min.

Wer träumt nicht vom leicht vermehrten Geld? Gute Ratschläge für eine smarte Investition zur richtigen Zeit gibt es immer: Investiere jetzt in Immobilien! KI-Aktien! Gold! Kryptowährungen!

Doch auch mit dem richtigen Hobby kannst du nebenbei noch Geld verdienen, beispielsweise mit dem Sammeln von Briefmarken oder Münzen. Aber auch mit einem Investment in originellere Sammlerstücke lassen sich überdurchschnittliche Wertsteigerungen erzielen.

Doch ohne Risiko sind auch Sachwerte nicht. Was heute heiß begehrt ist, findet in 20 Jahren vielleicht kaum noch Interesse. Und sie bedürfen der richtigen Pflege und Lagerung. Der Leitspruch des bekannten Investors Warren Buffett „Investieren Sie grundsätzlich in keine Aktien, die Sie nicht verstehen“, gilt auch für diese Anlageklasse: Nur Liebhaber und Sammler, die sich in ihrem Fachgebiet wirklich auskennen, haben eine Chance.

1. Teddys

Teddybären sind mit Kindheitserinnerungen verbunden. Vielleicht deshalb gibt es eine große Liebhabergemeinde, die vorzugsweise für Teddys des Herstellers Steiff Preise von über 100.000 Euro bezahlt. Besonders begehrt sind gut erhaltene Exemplare von Anfang des 20. Jahrhunderts und limitierte Sonderausgaben beispielsweise mit echten Diamanten als Augen. Der höchste Preis von fast zwei Millionen Euro wurde bei einer Wohltätigkeitsauktion für eine von Louis Vuitton ausgestattete Bärin bezahlt. Um solche Traumpreise zu erzielen, darf der Bär aber nicht zu lange Kindern in die Hände gefallen sein.

2. Legosteine

Manch ein Fund auf dem Dachboden oder Flohmarkt kann viel Geld wert sein. Das gilt nicht nur für Antiquitäten oder Gemälde alter Meister. Auch Markenprodukte verzeichnen mit der Zeit oft einen hohen Wertanstieg. Viele wirken jedoch abgegriffen und verlieren dadurch an Wert. Anders Lego-Bausteine: Sie sind beinahe unverwüstlich. Lego-Welten wie das Piraten-Set „Imperial Trading Post” von Anfang der 1990er-Jahre können, wenn sie vollständig und original verpackt sind, Preise von mehreren hundert Euro erzielen. 

3. Comics

In den 1930er Jahren zahlte man für ein Comicheft noch zehn Cent, die billigen Hefte wurden auf einfachem Papier gedruckt und schnell weggeworfen. In den letzten Jahren sind die Preise für gut erhaltene Hefte mit den ersten Auftritten ikonischer Superhelden wie Superman, Batman, Spider-Man und den X-Men geradezu explodiert. Auf Auktionen wurden Preise von bis zu fünf Millionen Dollar erzielt. Für deutsche Erstausgabe von „Micky Maus” oder „Superman”-Ausgaben aus den 1950-er Jahren werden immerhin noch mehrere tausend Euro gezahlt. Je weniger gut erhaltene Exemplare es gibt, desto höher der Preis unter Sammlern.

Ob die Werte dieser Comic-Klassiker in Zukunft weiter steigen, ist jedoch ungewiss. Liebhaber, die noch mit ihnen aufgewachsen sind, gibt es dann nicht mehr.  Mit einer guten Nase spürst du vielleicht den kommenden Kult-Klassiker auf. 

4. Whisky

Whisky wird mit dem Alter immer besser. Er kann aber auch sehr wertvoll werden. Besonders hohe Preise erzielen von Experten hoch bewertete Whiskys, sehr alte Jahrgänge, Sonderabfüllungen oder limitierte Abfüllungen renommierter Brennereien wie Macallan, Ardbeg, Lagavulin und Bowmore. Die sind schnell ausverkauft, wodurch die Nachfrage und damit der Wert steigt. Noch knapper ist das Angebot von Brennereien, die nicht mehr existieren.

Die teuersten Whiskys stammen aus der Brennerei Macallan. Flaschen des Jahrgangs 1926 erzielten mehrmals Preise von über einer Millionen Euro. Whisky sollte dunkel und lichtgeschützt gelagert werden, die Flaschen sollten aufrecht stehen, damit der Korken nicht austrocknet.

Whisky (ohne „e”) bezeichnet übrigens Whiskys aus Schottland, Kanada und Japan. Whiskey (mit „e”) bezeichnet Whiskys aus Irland und den USA.

5. Koi-Karpfen

Sie gelten als die Könige der Zierfische, keiner von ihnen sieht aus wie ein anderer und sie können bis zu 100 Jahre alt werden: Koi-Karpfen. Sie werden seit 200 Jahren in Japan gezüchtet. Die beliebtesten und teuersten können in Europa fünfstellige Preise erzielen. In Japan geben Sammler sogar über eine Millionen Euro aus. Die Preise hängen von den Farben, der Körperform, Alter und Größe ab.

Kois sind anspruchsvolle und empfindliche Tiere. Sie brauchen einen mindestens zwei Meter tiefen Teich und konstante Wassertemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Denn wer einen kleinen Koi kauft, kann mit guter Pflege einen höheren Preis für einen erwachsenen Fisch erzielen. Wer ehrgeiziger ist, steigt in die Zucht ein.

6. Handtaschen

Frauen wissen es: Eine schöne Handtasche ist Gold wert. Bei Luxusmodellen kann das wortwörtlich genommen werden. Die Nachfrage nach Modellen wie der Speedy von Louis Vuitton oder der Birkin-Bag von Hermès übersteigt oft das Angebot. Verknappung ist ein Teil der Imagepflege dieser Marken. Eine Kroko-Birkin-Bag von Hermès aus zweiter Hand erreichte beispielsweise 2022 bei einer Versteigerung einen Preis von 144.000 Euro.  Besonders limitierte Sonderauflagen, „Show Bags” und Vintage-Taschen renommierter Modehäuser in neuwertigem Zustand können als Geldanlage dienen. Nur benutzen sollte sie man dann höchstens bei besonderen Gelegenheiten - und sie dann gut festhalten.

7. Versteinerungen

Geht man in die Steinbrüche des Jura, könnte man meinen, dass Goldgräber unterwegs sind. Sie suchen nach Versteinerungen, aber nur wenige haben das seltene Glück, ein Dinosaurierskelett zu finden. Dabei sind gerade diese Versteinerungen die wertvollsten und werden sogar von den großen Auktionshäusern gehandelt. Ein Flugsaurier bringt da schon mal einen sechsstelligen Millionenbetrag. Die meisten gut erhaltenen, großen Dinoskelette findet man allerdings nicht in Europa, sondern in den USA. Und in vielen Ländern darf man zwar suchen, was man aber findet, gehört nicht dem Landbesitzer, sondern dem Staat. Hinzu kommt, dass immer mehr gefälschte Fossilien auf dem Markt sind, sodass eine Anlage in diese eher riskant ist. Und viele „normale“ Fossilien gibt es so häufig, dass sie wenig wert sind.

8. Oldtimer

Autoliebhaber mit viel Platz beispielsweise in einer ehemaligen Scheune können mit einer Investition in Oldtimer einen schönen Gewinn erzielen. Mit Oldtimern müssen aber nicht nur Modelle aus der Frühzeit des Automobils gemeint sein. Die größten Wertzuwächse erzielten in den letzten Jahren klassische Sportwagen wie der „Flügeltürer” Mercedes 300 SL aus den 1950er-Jahren, Amerikanische „Muscle Cars der 1970er Jahre” wie der Pontiac Firebird, Pontiac GTO und Plymouth Fury oder auch Saab-Modelle der 1980er-Jahre. Kurios: Selbst zu ihrer Zeit ungeliebte Oldtimer aus der ehemaligen DDR wie der Trabant P 601 und der Wartburg 311 Camping sehen enorme Preissteigerungen.

9. Tee

Am 8. November 2020 feierte das Österreichische Teeinstitut den 22. Tag des Tees. Nicht nur den Österreichern schmeckt das aus der Teepflanze hergestellte Getränk. Insbesondere der Chinatee ist beliebt und sehr wertvoll noch dazu. Er wird in Platten gepresst und reift 100 Jahre lang. Dann kann er bis zu 10.000 US-Dollar beim Verkauf erzielen. Doch wer ihn nicht selbst presst, kann ihn nur schwer erstehen. Und 100 Jahre Zeit haben die wenigsten Anleger.

10. Gefängnisse

So verrückt es sich anhört, aber mit einer Investition in den Knast lässt sich Geld machen. Die US-amerikanische Firma CoreCivic Inc. (ehemals Corrections Corporation of America) aus Nashville in Tennessee beispielsweise betreibt und leitet Gefängnisse. Und macht damit so gute Verdienste, dass ihr Aktienwert über Jahre gut stieg und manch einem Anleger gute Renditen bescherte. Inzwischen laufen die Geschäfte mit den Strafgefangenen aber nicht mehr so gut, die Aktie durchlebte in den letzten beiden Jahren eine einzige Talfahrt. Da heißt es dann: wie gewonnen, so zerronnen.

Fazit:

Eine Sammelleidenschaft macht Freude, doch für den Aufbau eines Vermögens eignet sie sich eher nicht. Wer sich gut auskennen will, muss viel Zeit investieren, Lagerung und Pflege sind (Platz)aufwändig.  Und ob das Sammelobjekt über die Jahre den erwarteten Gewinn erbringt, ist ungewiss, denn Vorlieben und Moden ändern sich.

Ein Bausparvertrag oder ein Festgeldkonto dagegen bieten eine gesicherte Rendite. Ein Verlust ist ausgeschlossen. Je früher du mit dem Vermögensaufbau anfängst, desto besser. Denn umso mehr profitierst du vom Zinseszins-Effekt.

Wer in den Aktienmarkt investieren möchte, begrenzt das damit verbundene Risiko durch Diversifikation. Ein breit aufgestellter Indexfonds (ETF) verspricht zumindest langfristig gute Renditechance, während Aufwand und Gebühren gering sind.
 
Wenn du die Grundlage für deinen Vermögensaufbau geschaffen hast, spricht nichts dagegen, auch etwas überschüssiges Geld in eine Sammelleidenschaft zu stecken. Wenn du dabei Gewinn machst, verbuche es als willkommene Zusatzrendite.

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