Österreich ist auf dem Weg zu 100 Prozent grünem Strom. Das Land erzeugt inzwischen rund 88 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen – vor allem Dank der Wasserkraft und des Ausbaus der Photovoltaik. Damit erreicht Österreich im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz.
Stromerzeugung in Österreich
Der Klimawandel ist in Österreich deutlich zu spüren. Seit Beginn der Industrialisierung verzeichnen wir bereits eine Erwärmung von etwa zwei Grad. Sie fällt fast doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt. Besonders die Städte heizen sich im Sommer stark auf, gleichzeitig kommt es häufiger zu starkem Regen, das Unwetterrisiko ist seit den Nullerjahren um etwa 20 Prozent angestiegen. Österreich kann zwar nicht im Meer versinken, aber die Sommer werden noch heißer und trockener, die Winter milder und weniger schneereich, die Gletscher schmelzen weiter.
Österreich will einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und weg von fossilen Energiequellen: Bis zum Jahr 2030 sollen 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist das Land schon sehr weit gekommen: Im Jahr 2024 erreichte Österreich mit 88 Prozent einen Rekord-Anteil erneuerbarer Energiequellen. Dank sehr günstiger Wetterbedingungen (viel Sonnenschein und viel Niederschlag) und eines massiven Ausbaus der Photovoltaik konnte Österreich außerdem im Jahr 2024 erstmals seit 2009 mehr Strom exportieren als importieren. Würde man den exportierten Strom mit einrechnen, deckten die Erneuerbaren sogar bis zu 94 Prozent des Inlandsverbrauchs ab.
Doch Energie wird nicht nur für Strom verbraucht. Ein Blick auf den gesamten Energieverbrauch (Bruttoendenergieverbrauch) in Österrech zeigt: Der Weg zur vollständigen Klimaneutralität ist noch weit: Im Jahr 2024 lag der Anteil der erneuerbaren Energieträger erst bei 43 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs.
Dank seiner alpinen Lage hat die Wasserkraft mit mehr als 60 Prozent den größten Anteil an der Stromerzeugung in Österreich. Die Windkraft kommt mit rund 12 Prozent an zweiter, die Photovoltaik mit 10 Prozent an dritter Stelle.
Der Anteil fossiler Energiequellen, fast ausschließlich Gas, ist stark gesunken – auf nunmehr 12 Prozent. Es folgen Bio-Brennstoffe mit 5 Prozent.
Das Rekordplus bei den Erneuerbaren ist vor allem dem starken Ausbau der Photovoltaik zu verdanken. Der Ausbau der Windkraft geht dagegen langsamer voran.
Durch Elektromobilität, Wärmepumpen und den erhöhten Bedarf der Industrie rechnet Österreich mit einem deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs. Österreich muss also nicht nur die fossile Stromerzeugung vollständig ersetzen, um auf die angestrebten 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu kommen, sondern zusätzlich die Stromproduktion in Österreich erhöhen – und das ausschließlich mithilfe erneuerbarer Energieträger. Zwei Drittel dieses Zubaus werden auf Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen entfallen. Eine große Herausforderung, denn neben weiteren Erzeugungsanlagen muss auch der Netzausbau vorangetrieben werden.
Im europäischen Vergleich der Stromerzeugung ist Österreich mit seinem Anteil an erneuerbaren Energien ein Spitzenreiter. Nur Norwegen, das ebenfalls den größten Teil seines Stroms aus Wasserkraft bezieht, liegt mit fast 100 Prozent noch vor Österreich.
Österreich liegt weit über dem europäischen Durchschnitt. EU-weit erreicht der Anteil der Erneuerbaren erst fast die Hälfte der Stromerzeugung. 29 Prozent entfallen auf die fossilen Energieträger, 24 Prozent auf Kernenergie.
Wie unterschiedlich der Strommix in den einzelnen Mitgliedsländern ausfällt, zeigt der Vergleich mit dem Nachbarland Deutschland. Es setzt vor allem auf Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft spielt praktisch keine Rolle. Einen großen Teil von 35 Prozent seines Stroms gewinnt Deutschland immer noch aus den fossilen Energieträgern Kohle und Gas. Außerdem importiert das Land mehr Strom als es exportiert.
Du möchtest dein Zuhause klimafreundlich gestalten und Geld sparen? Entdecke in unserem Themenschwerpunkt erneuerbare Energien für dein Zuhause viele Artikel mit praktischen Tipps und Ideen für die Umsetzung von nachhaltigen Lösungen.