Sonnenkollektoren für Heizung und Warmwasser
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Nachhaltig heizen: So sorgst du für klimafreundliche Wärme

Du planst einen Hausbau oder möchtest deine Heizung modernisieren? Wir vergleichen umweltfreundliche Heizsysteme für Eigenheime. Wir beleuchten die Vor- und Nachteile von Pelletbrenner, Wärmepumpe, Solarthermie, Fernwärme und zeigen, welche Förderungen es gibt.

Lesedauer: 4 Min.

Die Heizung ist in privaten Haushalten der größte Energiefresser: Rund zwei Drittel des Energieeinsatzes geht für Heizwärme drauf. Noch immer sind in Österreich Hunderttausende Ölheizungen und Gasheizungen in Betrieb. Doch ihre Zeit ist abgelaufen. Sie sind veraltet, teuer und schlecht fürs Klima. Bis 2040 soll die gesamte Wärmeversorgung in Österreich ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Ölheizungen dürfen schon seit 2020 nicht mehr in Neubauten verbaut werden, Gasheizungen seit 2023. Staatliche Förderungen im Rahmen der Initiative „raus aus Öl und Gas“ machen den Austausch alter Heizungen so attraktiv wie nie zuvor..

Heizen und Dämmen

Die Vorteile für nachhaltiges Heizen liegen auf der Hand – für Menschen, die eine Eigenheim besitzen, für das Land und für die Umwelt:

●      Reduzierung der CO2-Emissionen

●      Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland

●      Langfristige Kosteneinsparungen

●      Nutzung erneuerbarer und lokaler Ressourcen wie beispielsweise Holz aus Österreich

Willst du nachhaltig heizen, brauchst du vor allem ein effizientes Heizsystem, das mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Das zweite wichtige Thema: eine gut gedämmte Gebäudehülle. Gebäude mit moderner Dämmung und Wärmeschutzfenstern kommen mit bis zu zwei Dritteln weniger Wärmeenergie aus. Wer neu baut, baut sich gleich ein effizientes Energiesparhaus. Und wer in einem Bestandshaus das Heizsystem austauschen will, sollte auch über eine thermische Sanierung nachdenken. Das spart langfristig Kosten und die Investition amortisiert sich schneller.

Wärmepumpen : Die Wärme kommt aus dem Garten.

Wärmepumpe: Heizen mit Umgebungswärme

Eine Wärmepumpe nutzt die in Luft, Wasser oder Erde gespeicherte Sonnenenergie und bringt diese thermische Energie mithilfe der Zusatzenergie Strom auf ein höheres Temperaturniveau. Der Strom macht dabei aber nur ein Viertel der insgesamt aufgewendeten Energie aus, um damit 100 Prozent Heizleistung zu generieren (im Verhältnis vier Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom). Wird dieser Strom durch alternative Energie erzeugt, lässt sich die Ökobilanz der Wärmepumpe noch steigern. Eine Wärmepumpenheizung eignet sich nur bei Häusern mit gutem Wärmeschutz. Wer ungedämmte Wände hat, kann eine Wärmepumpe nicht günstig und klimafreundlich nutzen. Die Vor- und Nachteile der Wärmepumpe sind abhängig davon, ob es sich um eine Wasser-, Erd- oder Luftwärmepumpe handelt. Die beste Energiebilanz haben Wasser- und Erdwärmepumpen. Luftwärmepumpen sind zwar weniger aufwändig, schneiden im Schnitt aber schlechter ab. 

Vorteile:

  • Einsparung fossiler Brennstoffe
  • mit anderen erneuerbaren Energien kombinierbar
  • sowohl Kühlen als auch Heizen sind möglich
  • niedrige Tarife für Wärmepumpenstrom
  • Staatliche Förderung
  • bei Modernisierung kann gegebenenfalls die alte Heizung bleiben (bivalenter Betrieb)
  • geringer Platzbedarf im Haus oder Keller
  • sehr geringer Wartungsaufwand

Nachteile:

  • Wirtschaftlichkeit nach Praxistests besonders im Altbau umstritten
  • Teils aufwändige Genehmigungsverfahren
  • Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz abhängig vom Strom-Mix
  • Klimabilanz ist von Luft-Wasser-Wärmepumpen oft schlechter als von Gas-Brennwertkesseln
  • an kalten Tagen erzeugen Wärmepumpen Spitzenlasten im Stromnetz, statt Strom zu sparen
  • Abhängigkeit von örtlichen Gegebenheiten wie Bodenqualität
  • viele Modelle enthalten klimaschädliches Kältemittel​

Lies auch unseren Artikel zu Wärmepumpen, um noch mehr zu diesem Thema zu erfahren. 

links: Anlieferung von Sägemehl für Pelletproduktion, rechts: Pellets
links: Anlieferung von Sägemehl für Pelletproduktion, rechts: Pellets

Pelletheizung: Heizen mit Holz

Holz gibts in Österreich genug. Fast die Hälfte des Landes ist von Wald bedeckt. Das Heizen mit Holz bietet sich daher an, vor allem im ländlichen Raum. Holz wird heute meist in Form von Pellets verfeuert. Sie werden aus Holzspänen und Sägemehl gepresst, die bei der Holzverarbeitung anfallen.

Das Heizen mit Biomasse beziehungsweise Pellets ist eine klimafreundliche Heizmethode. Zwar wird beim Verbrennen der Pellets CO2 freigesetzt – aber nur so viel, wie das Holz während seines Wachstums gespeichert hat. Die Klimabilanz geht also plus minus null aus – lässt man den Energieaufwand für Produktion und Transport außer Acht. Die Voraussetzung dafür ist, dass nicht mehr Bäume gerodet werden, als auch nachwachsen. Es müssen also ausreichend neue Bäume gepflanzt werden, um die genutzten zu ersetzen. In Österreich ist das der Fall. Stammt das Holz aus heimischen Wäldern, entfallen auch lange Lieferwege, die die Klimabilanz belasten.

Die Pellets werden in Speichern im Keller, überdacht im Freien oder auch unterirdisch gelagert. Sie werden automatisch zum Heizkessel befördert und dort verbrannt. Pelletkessel stehen in der Regel im Keller und arbeiten wie eine klassische Zentralheizung. Nur werden anstatt Öl oder Gas Pellets als Brennstoff verwendet. Sie können mit bestehenden Leitungen und Heizkörpern oder auch einer Fußbodenheizung kombiniert werden.
Die Asche wird über den Restmüll entsorgt.

Sinnvoll ist die Kombination einer Holzheizung mit Sonnenkollektoren. Außerhalb der Heizperiode kann so die Solarthermie die Warmwasserbereitung übernehmen. Damit sparst du Pellets und schonst auch die Umwelt, denn außerhalb der Heizperiode arbeitet die Pelletheizung weniger effizient. Und das ist mit höheren Feinstaub-Emissionen verbunden. Eine Solaranlage kann an sonnigen Tagen im Winter auch die Heizung unterstützen. Auch das spart Ressourcen.

Die Vorteile der Pelletheizung:

  • nachwachsender heimischer Rohstoff

  • Pellets verbrennen CO2-neutral

  • günstige und stabile Preise

  • hohe Landesförderungen möglich

  • mit bestehenden Leitungen und Heizkörpern kombinierbar

  • Saubere Verbrennung erzeugt wenig Asche und keine Geruchsbelästigung.

 

Die Nachteile der Pelletheizung:

  • hohe Investitionskosten für die Anlage und das Pelletlager

  • Heizung und Lager für die Pellets erfordern Platz.

  • Einmal täglich entstehen Geräusche, wenn die Pellets per Förderschnecke oder Saugsystem vom Lagerraum zum Kessel transportiert werden.

  • Regelmäßige Wartung und Reinigung notwendig: Etwa alle sechs Wochen muss die Brennkammer gesäubert und alle ein bis zwei Monate die Asche entfernt werden.

  • Die Verbrennung von Pellets führt zu Feinstaubemissionen, die in städtischer Umgebung problematisch sein können.

Lies unseren Artikel „Heizen mit Pellets”, um mehr zu diesem Thema zu erfahren.

©Windhager
Pelletkessel "BioWIN2touch"
Auch an Außenwänden können Sonnenkollektoren angebracht werden.

Solarthermie: Heizen mit Sonnenenergie

Bei der Solarthermie wird die Sonneneinstrahlung mithilfe von Solarkollektoren in Wärme für Warmwasser und Heizung umgewandelt. Dies ist deutlich weniger aufwändig als die Photovoltaik, bei der mit Sonnenenergie Strom erzeugt wird.

Die auf dem Dach angebrachten Solarkollektoren werden von einer Flüssigkeit durchströmt, die von der Sonne erwärmt und über Rohrleitungen in den Solarspeicher geführt wird. Ein Solarkombi- oder ein Multifunktionsspeicher überträgt die Wärme auf Trinkwasser und Heizgerät.

Thermische Solaranlagen alleine reichen alleine nicht aus, um ein Haus mit ausreichend Heizwärme und Warmwasser zu versorgen. Sie werden deshalb mit anderen Heizsystemen kombiniert, zum Beispiel mit Pelletheizungen. Eine Solarthermie-Anlage kann im Winter zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden und dabei bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs decken.

Bei der Warmwasserbereitung deckt sie in Verbindung mit einem Warmwasserspeicher bis zu 70 Prozent des Bedarfs, in den sonnigen Monaten von Mai bis September kann es sogar der komplette Wärmebedarf sein.

Ob die genannten Deckungsanteile erreicht werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: dem Wirkungsgrad der verwendeten Solarkollektoren, der geografischen Lage, der Zahl der Sonnenstunden am Standort des Hauses und dem Verbrauch der Bewohner.

Die Vorteile von Solarthermie:

  • kein CO₂-Ausstoß durch Verzicht auf Brennstoff

  • unerschöpfliche und kostenfreie Energiequelle

  • Integration in bestehende Anlagen möglich

  • Landesförderung möglich

  • Heizkosten sinken.

  • keine Lagerung und kein Transport von Brennstoffen nötig

  •  leichte Installation

  • langlebige Anlagen mit geringem Wartungsaufwand

  • Die verwendeten Materialien sind leicht zu recyceln.

  • Die notwendige Fläche ist bei Solarthermieanlagen wesentlich kleiner als bei Photovoltaikanlagen

Der Nachteil von Solarthermie:

  • Wärmeproduktion ist abhängig von der Sonneneinstrahlung. Deshalb sind im Winter ergänzende Heizsysteme nötig.eshalb im Winter ergänzende Heizsysteme nötig sind

Nah- und Fernwärme

Fernwärme versorgt in Österreich bereits 30 Prozent aller Hauptwohnsitze. Sie ist damit die am weitesten verbreitete Heizform. Sie nutzt die Abwärme von Kraftwerken, der Industrie und aus der Müllverbrennung. Nahwärmenetze basieren oft auf Biomasse. Die Wärme wird über unterirdische Rohrsysteme direkt zum Verbraucher geliefert.

Fernwärme ermöglicht den Nutzenden komfortables Heizen, ohne dass sie viel dafür tun müssen. Hast du Glück und eine Fernwärmeleitung liegt in deiner Nähe, ist ein Anschluss unbedingt zu empfehlen. Der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz wird auch bevorzugt gefördert. Doch Fernwärme gibt es vorwiegend in städtischen Gebieten. Sie ist damit für viele Häuselbauer und Eigenheimbesitzer:innen nicht in Reichweite.

Fernwärme kommt in Österreich nur etwa zur Hälfte aus erneuerbaren Quellen. Doch Fernwärme ist trotzdem nachhaltig, weil sie eine effizientere Nutzung von Energiequellen ermöglicht. Zum Beispiel, indem in Kraftwerken nicht nur Strom produziert, sondern auch die dabei entstehende Wärme genutzt wird. Auch industrielle Abwärme sowie Wärme aus Müllverbrennungsanlagen ginge sonst ungenutzt verloren. Langfristig soll die Fernwärmeerzeugung ganz auf Geothermie, Wärmepumpen, Abwärme und andere klimafreundliche Quellen umgestellt werden.

Die Vorteile von Fernwärme:

  • geringerer Wartungsaufwand

  • kein Heizkessel oder Brennstofflagerung im Haus

  • keine späteren Investitionen in der Zukunft

  • zuverlässige und kontinuierliche Wärmeversorgung

  • stabile und günstige Heizkosten

  • Beim Umstieg auf Fernwärme kann ein großer Teil der Kosten durch Förderungen gedeckt werden.

Die Nachteile von Fernwärme:

  • Die Verbrauchenden sind an das lokale Netz und einen Anbieter gebunden.

  • Ländliche Gebiete haben oft keinen Zugang zu Fernwärmenetzen.

  • Wärmeverluste während des Transports durch die Leitungen

Was du sonst noch tun kannst

Wie bereits oben erwähnt: Das beste umweltfreundliche Heizsystem bringt nichts, wenn die erzeugte Energie durch eine schlechte Dämmung gleich wieder verloren geht.

Aber auch mit kleinen Maßnahmen kannst du deinen Energieverbrauch reduzieren:

  • Wähle die richtige Raumtemperatur (Richtwert 20 Grad Celsius).

  • Lüfte regelmäßig kurz (Stoßlüften) und vermeide dauerhaftes Kipplüften.

  • Schließe die Türen.

  • Dichte undichte Stellen ab (Türen, Fenster).

  • Heizkörper nicht verhängen oder zustellen

  • Lasse Räume im Winter nicht komplett auskühlen.

  • Entlüfte die Heizung, damit sich das Heizwasser optimal verteilt.

  • Reagiere rechtzeitig bei auffälligen Heizungsgeräuschen oder kalt gebliebenen Heizkörpern.

  • Warte deine Heizungsanlage regelmäßig.

Lesetipps:

Du möchtest ein energieeffizientes Eigenheim ​bauen? Unsere Seite zum Energiesparhaus stellt die verschiedenen Varianten vor.

In unserem Artikel raus aus Öl und Gas erfährst du, wie die österreichische Bundesregierung den Wechsel zu einer nachhaltigen Heizung fördert. 

Tipps für die Wärmedämmung im Zuge einer Sanierung liest du in unserem Artikel Richtig Dämmen – so hält dein Haus dicht.  

In unserem Artikel zum Thema Fernkälte erfährst du, wie beispielsweise in Wien Fernkälte herkömmliche Klimaanlagen ersetzt.

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