Markus Dangl und Wolfgang Gruber im Gespräch über moderne Beratung, regionale Nähe und warum persönliche Betreuung auch in Zukunft unverzichtbar bleibt.
Wie verändert sich Kundennähe in einer Zeit, in der vieles digital funktioniert und gleichzeitig die Erwartungen an persönliche Betreuung steigen? Welche Rolle spielen Filialen heute noch und warum gewinnen sie gerade in großen Flächenregionen wieder an Bedeutung?
In unserer Serie „Gelebte Kundennähe“ werfen wir diesmal einen gemeinsamen Blick nach Niederösterreich und ins Burgenland. Mit Markus Dangl, Leiter Stammvertrieb Niederösterreich Nord, und Wolfgang Gruber, Leiter Stammvertrieb Niederösterreich Süd/Burgenland, sprechen zwei Führungskräfte über die Zukunft der Beratung, moderne Filialkonzepte und darüber, warum Kundennähe weit mehr bedeutet als reine Erreichbarkeit.
Interviewserie Gelebte Kundennähe: Einblick in unsere Filialen
Wer heute in eine Beratung kommt, bringt oft schon viele Informationen mit. Zinssätze wurden verglichen, Produkte recherchiert, Fragen vorbereitet. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Orientierung größer geworden. Genau darin sehen Markus Dangl und Wolfgang Gruber die größte Veränderung der vergangenen Jahre.
Markus Dangl erinnert sich noch gut an seine Anfänge bei Wüstenrot vor mittlerweile 20 Jahren. Damals lief vieles klassischer ab, Gespräche waren stärker auf einzelne Produkte fokussiert. Heute seien Beratungen deutlich individueller geworden.
„Kundinnen und Kunden kommen heute viel besser vorbereitet in die Gespräche. Dadurch muss man noch stärker auf ihre persönliche Situation eingehen.“
Es gehe längst nicht mehr darum, möglichst schnell einen Abschluss zu machen. Viel wichtiger sei geworden, Menschen über längere Zeit zu begleiten und gemeinsam Lösungen zu finden, die wirklich zu ihrer Lebensrealität passen.
Auch Wolfgang Gruber beobachtet diesen Wandel. Gerade bei Themen wie Finanzierung, Vorsorge oder Absicherung wünschen sich viele Kund:innen jemanden, der Zusammenhänge verständlich erklärt und Sicherheit vermittelt.
Während viele Banken ihre Standorte reduzieren, investiert Wüstenrot bewusst in moderne Filialen und neue Standorte. Für Markus Dangl ist das ein klares Zeichen, dass persönliche Nähe auch in Zukunft wichtig bleibt.
„Die Kundinnen und Kunden merken sofort, ob ein Standort modern und offen gestaltet ist. Das macht viel für das Gefühl aus.“
Die neuen Filialkonzepte schaffen eine warme Atmosphäre mit hellen Räumen und offenen Beratungsbereichen. Kund:innen sollen sich willkommen fühlen und gerne vorbeikommen.
„Früher hatten viele noch das Bild der klassischen, eher verstaubten Bausparkasse im Kopf“, erzählt Markus Dangl. „Wenn sie heute in eine modernisierte Filiale kommen, ist die Überraschung oft groß.“
In Niederösterreich und dem Burgenland spielt die regionale Präsenz dabei eine besondere Rolle, denn viele Menschen möchten eine Anlaufstelle in ihrer Nähe haben und wissen, an wen sie sich wenden können.
Wolfgang Gruber kennt die Herausforderungen großer Flächenregionen sehr genau. Manche Kund:innen hätten sonst lange Fahrzeiten bis zur nächsten Beratungsstelle.
„Wenn die nächste Filiale eine Stunde entfernt ist, fährt niemand mehr spontan hin. Deshalb sind regionale Standorte so wichtig.“
Hybride Beratung: Digital & persönlich
Dass digitale Services immer wichtiger werden, erleben beide im Alltag. Viele einfache Anliegen erledigen Kund:innen inzwischen schnell online, zum Beispiel bei Konten oder Sparprodukten funktioniere das sehr gut.
Trotzdem zeigt die Erfahrung: Sobald es komplexer wird, bleibt persönliche Beratung gefragt.
Wolfgang Gruber beschreibt es pragmatisch:
„Für gewisse Dinge ist digital ideal. Aber sobald es um größere Entscheidungen geht, wollen viele Menschen jemanden haben, mit dem sie reden können.“
Auch Markus Dangl erlebt, dass digitale Kontaktpunkte oft der Beginn einer längeren Kundenbeziehung sind. Menschen informieren sich online über ein Festgeldkonto oder eine Finanzierung und kommen dadurch erstmals mit Wüstenrot in Berührung. Daraus entstehen dann persönliche Gespräche.
Unser hybrider Beratungsansatz
Der hybride Beratungsansatz wird dadurch immer wichtiger. Kund:innen entscheiden selbst, wie sie mit Wüstenrot in Kontakt treten möchten, digital, persönlich oder in Kombination.
Mit digitalen Services wächst auch der Wunsch nach schnellen und unkomplizierten Rückmeldungen. Viele Kund:innen möchten Anliegen direkt klären und möglichst zeitnah eine Antwort erhalten.
Wolfgang Gruber erlebt im Alltag, wie stark sich dieses Tempo verändert hat:
„Wenn heute jemand anruft oder schreibt, wird oft innerhalb weniger Stunden eine Antwort erwartet.“
Für die Teams bedeutet das, Beratung neu zu denken und Prozesse laufend weiterzuentwickeln. Digitale Services sollen dabei helfen, einfache Anliegen unkompliziert zu lösen, damit mehr Zeit für persönliche Betreuung bleibt.
„Wenn Kundinnen und Kunden gewisse Dinge selbst erledigen können und das einfach funktioniert, hilft das am Ende allen“, erklärt Wolfgang Gruber.
Gerade darin sehen beide auch einen wichtigen Entwicklungsschritt für die Zukunft.
Filialen sind heute weit mehr als reine Beratungsorte. Sie sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Raum für Austausch.
Markus Dangl ist dieser persönliche Aspekt besonders wichtig. Viele Gespräche entstehen spontan zwischen Kundenterminen oder beim gemeinsamen Kaffee am Morgen.
„Es geht nicht immer nur um Zahlen. Das Persönliche ist mir extrem wichtig.“ – Markus Dangl
Der Austausch im Team spiele eine große Rolle, fachlich genauso wie menschlich. Vertrauen, Offenheit und ein gutes Miteinander seien entscheidend dafür, dass Zusammenarbeit funktioniert.
Auch Wolfgang Gruber sieht in der Stimmung innerhalb der Teams einen wichtigen Erfolgsfaktor.
„Vertrieb lebt von Motivation und positiver Stimmung.“
Gemeinsame Essen, Teamaktivitäten oder Engagements in Vereinen und Organisationen in der Region stärken den Zusammenhalt zusätzlich. Viele Mitarbeiter:innen seien tief in ihren Regionen verwurzelt und genau das spüren auch die Kund:innen.
Beratung verändert sich. Digitale Services werden selbstverständlicher, Abläufe schneller und die Erwartungen an Erreichbarkeit steigen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Persönliche Betreuung bleibt wichtig. Gerade bei Entscheidungen, die Menschen langfristig begleiten, wünschen sich viele jemanden, der zuhört, einordnet und Orientierung gibt.
Oder anders gesagt:
Kundennähe entsteht dort, wo Menschen sich gut aufgehoben fühlen.