Seit 1. Juni 2026 gehören Christian Gosch und Fabian Stenzel dem Vorstand der Wüstenrot Gruppe an. Christian Gosch verantwortet als CIO/COO die Bereiche IT und Operations, Fabian Stenzel führt als CSO den Vertrieb. Beide bringen langjährige Erfahrung aus der Finanzbranche mit, genauso wie einen frischen Blick von außen.
Wie es sich anfühlt, in ein Unternehmen wie Wüstenrot hineinzuwachsen, welche Themen die beiden in ihren ersten Wochen besonders beschäftigt haben und wohin sie die kommenden Monate lenken wollen: Darüber haben sie im internen Wüstenrot Podcast ausführlich erzählt. Die wichtigsten Eindrücke aus dem Gespräch haben wir hier für euch zusammengefasst.
Christian Gosch bringt über 30 Jahre Erfahrung in verschiedenen Management Funktionen der Finanzbranche mit, zuletzt als Head of Group IT & Data bei der UNIQA Insurance Group. Dieses Wissen bringt er nun bei uns ein: „Was mich an Wüstenrot besonders überzeugt, ist die konsequente Ausrichtung auf Kundennutzen über alle Produktwelten hinweg. Als CIO/COO möchte ich dazu beitragen, Technologie und Operations so zu verbinden, dass Einfachheit, Geschwindigkeit und Qualität für Kundinnen und Kunden spürbar werden“, betont er.
Fabian Stenzel übernimmt als CSO die Leitung des gesamten Vertriebs der Wüstenrot Gruppe. Auch er blickt auf eine lange Laufbahn in der Finanzbranche zurück: über 20 Jahre, zuletzt als Head of Digital Sales & Remote bei der Erste Bank. „Dieses Mandat zu übernehmen, erfüllt mich mit großer Begeisterung und Dankbarkeit. Wüstenrot steht für Vertrauen, Beständigkeit und echte Nähe zu den Menschen, Werte, die mich persönlich sehr ansprechen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit einem hoch engagierten Vertriebsteam neue Wege zu gehen, Chancen mutig zu nutzen und die starke Marke Wüstenrot weiterzuentwickeln. Bei einem Unternehmen zu arbeiten, das Tradition und Zukunft so überzeugend verbindet, ist für mich etwas ganz Besonderes“, erklärt er bei seinem Antritt im Mai.
Fabian Stenzel ist nun seit rund zwei Monaten dabei, Christian Gosch seit gut einem Monat. Beide erzählen von einer herzlichen Aufnahme im Unternehmen und davon, wie schnell sie sich eingelebt haben. „Ich wurde so herzlich aufgenommen und habe mich sofort wohlgefühlt“, sagt Fabian im Podcast. Seine ersten Eindrücke hätten sich in den letzten Wochen zunehmend bestätigt: „Ich fühle mich gar nicht mehr so, als wäre ich jetzt neu dabei. Ich bin schon mittendrin.“
Beiden war es von Anfang an wichtig, Wüstenrot nicht nur aus Präsentationen kennenzulernen, sondern vor Ort und hautnah. Welche Menschen arbeiten bei uns? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Welche Themen beschäftigen sie?
Christian Gosch etwa verbrachte zwei Tage im Rahmen eines Shadowings in der Abteilung Operations mitten im Tagesgeschäft, bewusst ohne vorbereitete Termine und Folien. Shadowing bedeutet, eine Abteilung oder ein Team für einen bestimmten Zeitraum bei der täglichen Arbeit zu begleiten und zu beobachtet, ohne selbst aktiv in die Abläufe einzugreifen. So bekommt man einen direkten Einblick in die Aufgaben, Arbeitsweisen, Prozesse und die Zusammenarbeit im Team. Die beobachtende Person bleibt bewusst im Hintergrund und greift nicht in die Abläufe ein.
„Ich wollte authentisch einen Einblick kriegen, wie die Arbeit läuft, was gut funktioniert und wo noch Luft nach oben ist“, erzählt er. Mitgenommen hat er ein sehr positives Bild von den Kolleginnen und Kollegen und ein gutes Gespür dafür, wo sie sich Veränderung wünschen.
Das Thema Künstliche Intelligenz ist auch bei unserem neuen IT-Vorstand allgegenwärtig, vor allem die Frage, wie sie die Arbeit bei Wüstenrot beeinflussen und verändern kann. Gosch beschreibt die aktuelle Phase als Explorationsphase, in der viele Bereiche bereits erste gute Beispiele gesammelt haben. Der nächste Schritt soll nun sein, dieses Wissen aus kleinen Teams heraus in die ganze Organisation zu bringen.
Konkret nennt er drei Schwerpunkte: die breitere Nutzung von KI für bessere Entscheidungen und besseren Kundenservice, den Ausbau der IT Security angesichts einer spürbar wachsenden Bedrohungslage sowie die Erneuerung der Kernsysteme.
Auch Fabian Stenzel sieht im Vertrieb Potenzial, administrative Aufgaben zu automatisieren. Die gewonnene Zeit soll dort landen, wo sie nach wie vor unverzichtbar ist, nämlich in der persönlichen Beratung. Denn bei aller Digitalisierung bleibt für ihn ein Wert zentral: Vertrauen. „Unsere Kernkompetenz ist die qualifizierte Beratung und das soll auch so bleiben“, sagt er.
Für Stenzel beginnt Kundenorientierung mit einer umfassenden Beratung, die die gesamte finanzielle Situation eines Menschen betrachtet. Mit dem Financial Fitness Check von Wüstenrot geht es daher um mehr als einzelne Produkte: Im Mittelpunkt stehen die persönliche Lebenssituation und die Ziele unserer Kundinnen und Kunden. Darauf aufbauend lassen sich passende Lösungen empfehlen.
Dafür gilt es auch, vorhandene Informationen gezielter zu nutzen und die Beratungsqualität laufend weiterzuentwickeln. Digitale Angebote sollen einfach und verständlich sein, bei komplexeren Themen wie Finanzierungen oder Lebensversicherungen bleibt die persönliche Beratung besonders wichtig.
So unterschiedlich ihre Verantwortungsbereiche sind, beim Führungsverständnis sind sich Christian Gosch und Fabian Stenzel in vielen Punkten einig. Für Stenzel steht Vertrauen im Mittelpunkt. Dafür brauche es gegenseitige Verlässlichkeit und klare Vereinbarungen: „Ich bin der letzte Micromanager. Wir einigen uns auf die Leitplanken und innerhalb dieser gibt es die Freiheit, zu agieren.“
Gosch beschreibt seinen Führungsstil mit „fördern und fordern“. Die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ihm ebenso wichtig wie die Bereitschaft, selbst Feedback anzunehmen und sich weiterzuentwickeln. Auch unterschiedliche Meinungen gehören für ihn zur Zusammenarbeit:
Wenn man Ziele gemeinsam erreicht, braucht es ein gemeinsames Commitment. Und dieses erfordert die Fähigkeit, zu diskutieren, Konflikte auszutragen und zu entscheiden.
Beide sehen in der Zusammenarbeit eine große Stärke von Wüstenrot. Die Größe der Organisation schafft kurze Wege und gute Voraussetzungen für direkten Austausch. Dieses Potenzial möchten sie künftig noch stärker nutzen und die Zusammenarbeit über einzelne Teams und Bereiche hinweg fördern.
Worin liegen weitere Stärken von Wüstenrot? Für Fabian Stenzel ist es vor allem die Nähe zu den Kundinnen und Kunden. Die regionale Präsenz und die persönliche Beratung schaffen eine Verbindung, die auch in Zukunft wichtig bleibt. Gleichzeitig verändert sich das Kundenverhalten. Gerade jüngere Kundinnen und Kunden erwarten von Finanzdienstleistern digitale Angebote, die einfach, schnell und unkompliziert funktionieren. Für Wüstenrot bedeutet das, die digitalen Möglichkeiten konsequent weiterzuentwickeln und dabei die persönliche Beratung als wichtige Stärke zu bewahren.
Christian Gosch richtet den Blick stärker auf die Organisation. Er sieht in der soliden Eigenkapitalbasis eine wichtige Voraussetzung für Investitionen und strategische Weiterentwicklung. Auch die Größe von Wüstenrot bietet aus seiner Sicht Vorteile: Sie schafft die Möglichkeit, Entscheidungen schneller zu treffen und Veränderungen mit dem nötigen Tempo umzusetzen.
Wie schalten zwei Vorstände nach einem langen Arbeitstag ab? Für Christian Gosch geht es am besten nach draußen. Beim Laufen, beim Sport oder einfach an der frischen Luft kann er den Kopf freibekommen. Fabian Stenzel findet seinen Ausgleich im eigenen Garten. Besonders beim Rosenschneiden kommen die Gedanken zur Ruhe.
Zum Abschluss richten Christian Gosch und Fabian Stenzel den Blick auf die kommenden Monate. Der laufende Strategieprozess, neue Themen und Veränderungen werden Wüstenrot weiter beschäftigen. Bei allem, was sich dabei bewegt, bleibt für Fabian Stenzel eine Sache klar:
Ich will mich auf das konzentrieren, was wesentlich ist, nämlich auf unsere Kund:innen. Das wird sich auch in der Zukunft nicht verändern, ganz im Gegenteil: Sie werden noch wichtiger.
So viel sich auch ändert, die zentrale Aufgabe bleibt dieselbe: Menschen bei ihren finanziellen Entscheidungen zu begleiten und ihnen Lösungen zu bieten, die zu ihrem Leben passen.