Filialen haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert, und mit ihnen auch die Beratung und die Erwartungen der Kundinnen und Kunden. Viele Anliegen lassen sich heute online erledigen, Informationen sind jederzeit verfügbar, und digitale Services gehören längst zum Alltag. Trotzdem zeigt sich gerade bei wichtigen Entscheidungen rund um Wohnen, Vorsorge oder finanzielle Absicherung, dass sich viele Menschen weiterhin eine persönliche Ansprechperson wünschen.
Wie dieses Zusammenspiel aus moderner Technologie, regionaler Präsenz und individueller Beratung in der Praxis aussieht, erzählen Ralph Rohregger, Leiter Stammvertrieb Oberösterreich Ost, und Danijela Tepic, Leiterin Stammvertrieb Oberösterreich West.
Interviewserie Gelebte Kundennähe: Einblick in unsere Filialen
Wer heute zu einem Beratungsgespräch kommt, hat sich meist schon intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn Informationen sind nur wenige Klicks entfernt, Vergleichsplattformen liefern eine Fülle an Angeboten, und viele Menschen wissen bereits im Vorfeld gut über Produkte und Möglichkeiten Bescheid.
Für Ralph Rohregger hat genau das den Beratungsalltag grundlegend verändert:
„Kundinnen und Kunden kommen heute deutlich besser vorbereitet zu Gesprächen als früher. Sie haben sich informiert, Vergleiche angesehen und bringen oft schon konkrete Vorstellungen mit.“
Damit hat sich auch die Rolle der Beraterinnen und Berater gewandelt: es geht heute weniger darum, Informationen bereitzustellen, sondern vielmehr darum, Orientierung zu geben, individuelle Situationen zu verstehen und gemeinsam passende Lösungen zu finden.
Diesen Wandel hat auch Danijela Tepic in ihren mehr als zwanzig Jahren bei Wüstenrot miterlebt. Während früher oft einzelne Produkte im Mittelpunkt standen, rücken heute die Lebenssituationen und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden in den Vordergrund.
„Wir betrachten die Situation unserer Kundinnen und Kunden heute viel ganzheitlicher“, sagt sie. „Es geht darum, die passende Lösung für die jeweilige Lebensphase zu finden.“
Wenn über die Zukunft von Banken und Versicherungen gesprochen wird, fällt früher oder später die Frage, ob Filialen überhaupt noch gebraucht werden. Die Erfahrungen in Oberösterreich zeichnen dazu ein klares Bild: Ja, sie werden gebraucht und vielleicht sogar mehr denn je.
Viele Menschen nutzen digitale Angebote inzwischen ganz selbstverständlich, erledigen einfache Anliegen online, informieren sich über Produkte oder verwalten ihre Verträge bequem von zu Hause aus. Bei wichtigen Entscheidungen wünschen sie sich jedoch nach wie vor einen Ort, an dem sie Fragen stellen, Möglichkeiten besprechen und sich persönlich beraten lassen können und hier kommen die Filialen ins Spiel.
Unser hybrider Beratungsansatz
Wie greifen persönliche Beratung und digitale Services bei Wüstenrot ineinander?
Für uns ist das keine Entweder-oder-Frage, sondern ein bewusstes Zusammenspiel. Unsere Kund:innen sollen frei wählen können, wie sie mit uns in Kontakt treten: persönlich in der Filiale, digital oder kombiniert. Digitale Services verstehen wir nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung zur persönlichen Betreuung. Gerade in Situationen, in denen es schnell gehen muss, zeigt sich der Mehrwert dieses hybriden Ansatzes. Bei einem Unwetterschaden etwa ermöglicht unser digitales Schadenservice rasche Hilfe, während die vertraute Ansprechpartnerin oder der vertraute Ansprechpartner in der Filiale weiterhin persönlich begleitet.
Auch in der Beratung selbst unterstützen digitale Lösungen unsere Arbeit gezielt. Schon heute erfassen wir vor dem Gespräch die finanzielle Gesamtsituation unserer Kund:innen, um individuelle und passgenaue Lösungen zu entwickeln. Künftig wird dieser Prozess durch ein digitales Tool zur 360-Grad-Bedarfsanalyse ergänzt, das einen ganzheitlichen Überblick und Live-Berechnungen ermöglicht. Genau diese Verbindung aus Schnelligkeit und persönlicher Nähe schätzen unsere Kund:innen.
In den vergangenen Jahren wurden deshalb zahlreiche Standorte in Oberösterreich modernisiert und neu gestaltet. Helle Räume, moderne Technik und eine offene Atmosphäre schaffen ein Umfeld, in dem sich Kundinnen und Kunden ebenso wohlfühlen wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst.
Für Danijela Tepic spielt dabei aber nicht nur die Ausstattung eine Rolle: „Menschen spüren sehr schnell, ob sie sich willkommen fühlen. Eine angenehme Umgebung trägt dazu bei, dass gute Gespräche entstehen können.“
Wie gefragt persönliche Beratung weiterhin ist, zeigt sich auch im Alltag der Filialen. Kundinnen und Kunden suchen sie ganz bewusst auf, wenn größere Entscheidungen anstehen, etwa bei der Finanzierung eines Eigenheims, bei Fragen zur Altersvorsorge oder wenn es um die Absicherung der Familie geht. Ralph Rohregger beobachtet dabei einen interessanten Trend: Während viele lange davon ausgegangen sind, dass persönliche Kontakte durch die Digitalisierung immer weniger werden, wünschen sich heute wieder viele Menschen einen festen Ort für ihre Beratungsgespräche. Ein Beispiel dafür ist die Filiale in Waxenberg im Mühlviertel, mit der bewusst ein Zeichen für regionale Nähe gesetzt wurde – ein Ort, an dem Kundinnen und Kunden persönliche Beratung direkt in ihrer Umgebung in Anspruch nehmen können.
Für beide Führungskräfte stellt sich die Frage, ob die Zukunft digital oder persönlich ist, gar nicht erst, für sie gehören beide Bereiche längst zusammen. Digitale Services erleichtern den Alltag: Kontostände prüfen, Dokumente abrufen oder einfache Anliegen erledigen funktioniert heute schnell und unkompliziert über Smartphone oder Laptop.
Bei komplexeren Themen sieht das oft anders aus. Wer eine Immobilie finanzieren möchte, für die Pension vorsorgt oder langfristige finanzielle Entscheidungen trifft, möchte die verschiedenen Möglichkeiten verstehen und individuelle Fragen klären können und in solchen Situationen entsteht der Wunsch nach persönlichem Austausch fast von selbst.
„Bei wichtigen Entscheidungen geht es um Vertrauen“, sagt Ralph Rohregger. „Da möchten viele Menschen mit jemandem sprechen, der ihre Situation kennt und sie begleiten kann.“
Danijela Tepic ist überzeugt, dass sich dieser Wunsch auch in Zukunft nicht verändern wird: Digitale Lösungen werden weiter an Bedeutung gewinnen, persönliche Beratung bleibt dennoch ein wichtiger Bestandteil einer guten Betreuung.
Filialen sind jedoch nicht nur für Kundinnen und Kunden von Bedeutung, sondern spielen auch im Arbeitsalltag der Teams eine wichtige Rolle. Viele Kolleg:innen im Vertrieb sind regelmäßig vor Ort bei den Kund:innen, gleichzeitig bleiben die Filialen wichtige Anlaufstellen für Vorbereitung, Nachbearbeitung und Austausch.
Ralph Rohregger beschreibt die Standorte als Orte, an denen Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird: Hier werden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen besprochen und Lösungen entwickelt, und oft entstehen die besten Ideen genau im gemeinsamen Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen. Auch Danijela Tepic erlebt, dass die modernisierten Filialen heute intensiver genutzt werden als früher. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten und gleichzeitig Teil eines Teams zu bleiben.
In den oberösterreichischen Filialen arbeiten Menschen unterschiedlicher Generationen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zusammen, und eben diese Vielfalt sehen beide Führungskräfte als große Stärke. Junge Kolleginnen und Kollegen bringen neue Perspektiven und frische Ideen mit, erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben ihr Wissen weiter und sorgen für Kontinuität. „Die Mischung macht den Unterschied“, sagt Danijela Tepic. „Wenn unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammenkommen, entstehen oft die besten Lösungen.“
Besonders wichtig ist beiden auch die Ausbildung des Nachwuchses: Lehrlinge erhalten früh die Möglichkeit, das Unternehmen, die Beratung und die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden kennenzulernen, und profitieren gleichzeitig von der Erfahrung ihrer Kolleginnen und Kollegen. Neben fachlicher Kompetenz spielen dabei auch Werte wie Verlässlichkeit, Respekt und gegenseitige Unterstützung eine zentrale Rolle. Eine offene Kommunikation und ein wertschätzender Umgang miteinander bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Die Digitalisierung wird die Finanz- und Versicherungsbranche auch in Zukunft weiter verändern, viele Prozesse werden einfacher, schneller und komfortabler. Gleichzeitig zeigt der Blick in die oberösterreichischen Filialen, dass persönliche Beratung nichts von ihrer Bedeutung verloren hat. Menschen möchten wichtige Entscheidungen verstehen, sie möchten Fragen stellen können, unterschiedliche Möglichkeiten besprechen und das Gefühl haben, gut begleitet zu werden.