Am 29. September 2026 fand der Auftakt für das erste Frauennetzwerk der Wüstenrot Gruppe statt. Im Wüstenrot Saal und online kamen Kolleg:innen aus dem ganzen Unternehmen zusammen, um sich kennenzulernen, zuzuhören und gemeinsam darüber zu sprechen, was Frauen im Berufsleben beschäftigt und was das Netzwerk Pauline künftig leisten kann.
Alle 100 Plätze im Wüstenrot Saal waren nach kurzer Zeit belegt, darüber hinaus nahmen noch einige Kolleg:innen online teil. Der große Zuspruch hat uns besonders gefreut und gezeigt, dass Pauline gewollt und gebraucht wird.
Gründerin und Initiatorin von Pauline, Cornelia Hladky und Pressesprecherin Sophie Müller moderierten den Nachmittag und führten durch das vielfältige Programm.
Übrigens: Der Name des Netzwerks geht auf Pauline Wilhelmine Kropp zurück. Sie erwarb 1921 eine Haushälfte in Wüstenrot, die wenig später zum ersten Unternehmenssitz wurde. Damit war sie nicht nur eine frühe Kundin von Wüstenrot, sondern stellte auch den Raum zur Verfügung, in dem die ersten Mitarbeitenden ihre Arbeit aufnahmen. Dass das neue Frauennetzwerk heute ihren Namen trägt, knüpft an diese Geschichte an und holt Pauline Kropp zugleich wieder stärker ins Bewusstsein.
Wie fühlt es sich an, eine berufliche Chance nicht zu ergreifen, weil man glaubt, noch nicht alle Anforderungen zu erfüllen? Warum entsteht manchmal der Eindruck, gleichzeitig souverän, sympathisch und professionell sein zu müssen, aber bitte nicht zu dominant?
Diese Fragen wurden zu Beginn dem Publikum gestellt, um ein erstes Stimmungsbild zu erhalten. Via Mentimeter sammelten wir „Kenne ich“- oder „Kenne ich nicht“-Antworten.
Es ging dabei um vier Themenfelder, die auch später beim World Café wieder aufgegriffen wurden: Karriere und Sichtbarkeit, Auftreten und Bewertung, Beruf und Familie sowie persönliche Vorsorge. Die Ergebnisse waren dabei sehr eindeutig. Fast alle kannten das Gefühl, eine berufliche Chance nicht ergriffen zu haben, weil sie sich selbst nicht alle Anforderungen zugetraut haben. Fast alle konnten nachvollziehen, wie schwierig es sein kann, im Job gleichzeitig souverän, sympathisch und professionell aufzutreten, ohne dabei als zu dominant wahrgenommen zu werden. Und auch bei den Fragen rund um Familienzeit und finanzielle Unabhängigkeit im Alter gab es viel Zustimmung.
Das Stimmungsbild gab wichtige Gesprächsanlässe beim Event selbst und für die spätere Arbeit bei Pauline.
Bevor es mit dem Impulsgespräch weiterging, stellte Cornelia Hladky das Netzwerk und seine Struktur vor. Hinter Pauline steht ein Kernteam, das die Aktivitäten koordiniert und neue Formate entwickelt. Botschafterinnen bringen die Themen in die einzelnen Unternehmensbereiche, während die Mitglieder die Community bilden und ihre Erfahrungen, Ideen und Fragen einbringen. Dazu kommen Sponsor:innen und Allies, die das Netzwerk unterstützen und im Unternehmen sichtbar machen.
Was können wir von Pauline erwarten? Geplant sind Veranstaltungen und Gesprächsformate, aber auch Möglichkeiten, sich über Bereiche und Standorte hinweg zu vernetzen und voneinander zu lernen.
Pauline orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Mitglieder: Welche Themen relevant sind und was daraus entstehen soll, war deshalb auch beim Auftakt selbst Teil des Programms.
„Hoffentlich brauchen wir Pauline irgendwann nicht mehr“
Im anschließenden Impulsgespräch mit den Sponsor:innen Brigitte Feldhofer, Marianne Stegner und Gregor Hofstätter-Pobst ging es um die Frage, warum Pauline überhaupt gebraucht wird und was ein solches Netzwerk im Berufsalltag bewirken kann.
Vorständin Brigitte Feldhofer sprach dabei aus ihrer eigenen Erfahrung.
Ich habe immer wieder von Menschen profitiert, die mich gefördert, mir etwas zugetraut und an mich geglaubt haben. Und ich habe gesehen: Vieles, was man für den nächsten Schritt braucht, lernt man ohnehin erst unterwegs. Man muss nicht alles von Anfang an können.
Personalleiterin Marianne Stegner sprach vor allem über den Vorteil eines guten Netzwerks.
Gerade in einem großen Unternehmen macht es einen Unterschied, schneller zu wissen, wer wo arbeitet und an wen man sich mit einer Frage wenden kann. Pauline kann dabei helfen, neue Kontakte zu knüpfen, Wissen zu teilen und schneller miteinander ins Arbeiten zu kommen. Davon profitieren am Ende alle.
CEO Gregor Hofstätter-Pobst wurde gefragt, welche Rolle er als Mann und Vater von zwei Töchtern beim Thema Chancengleichheit sieht und was männliche Kollegen als Allies beitragen können. Sein Wunsch: Rund ein Drittel der Unterstützer:innen von Pauline sollen Männer sein, die sich bewusst dafür einsetzen, Kolleginnen zu fördern und Chancengleichheit im Unternehmen mitzugestalten. Dabei geht es für ihn einerseits darum, mehr weibliche Führungskräfte im Unternehmen zu etablieren, aber auch um die Anerkennung weiblicher Expertise, Mentoring oder das bewusste Schaffen von Sichtbarkeit. Dazu gehöre auch, unpassenden Kommentaren und Verhaltensweisen aktiv zu widersprechen.
Gregor sprach außerdem über ein Muster, das ihm im Berufsleben immer wieder begegnet: Männer gehen neue Aufgaben häufig mit dem Selbstverständnis an, dass sie das schon schaffen werden. Frauen hinterfragen dagegen eher, ob sie einer Aufgabe wirklich gewachsen sind, und setzen an sich selbst den Anspruch, von Anfang an alles perfekt können zu müssen. Besonders hier können Netzwerke und Menschen, die einem etwas zutrauen, helfen, die eigenen Möglichkeiten stärker auszuschöpfen.
Von mehr Diversität profitieren nicht nur Frauen. Unterschiedliche Perspektiven führen zu neuen Diskussionen und können letztendlich zu besseren Entscheidungen beitragen.
Ich traue den Frauen in unserem Unternehmen viel zu. Ich würde mich freuen, wenn sie sich selbst auch mehr zutrauen, dann können wir gemeinsam viel schaffen.
Natürlich geht es bei Vielfalt längst nicht nur um das Verhältnis von Frauen und Männern, sondern auch um unterschiedliche Herkunft, sexuelle Orientierung, Alter, Erfahrungen und Lebensrealitäten. Auch diese Perspektiven machen Teams vielfältiger und können neue Sichtweisen eröffnen.
Zum Schluss ging es um die Frage, was die drei Sponsor:innen Pauline für die kommenden Jahre wünschen. Gregor formulierte seinen Wunsch eindeutig:
Ich wünsche mir, dass wir Pauline irgendwann nicht mehr brauchen, weil Chancengleichheit selbstverständlich geworden ist.
Für den nächsten Impuls sorgte Viktoria Schnaderbeck. Die ehemalige Fußball-Kapitänin des österreichischen Nationalteams weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, sich in einer lange von Männern geprägten Welt zu behaupten.
Neun Jahre lang war sie Kapitänin des Nationalteams und absolvierte 83 Länderspiele. Sie spielte unter anderem für den FC Bayern München und den FC Arsenal, wurde deutsche und englische Meisterin und stand auch für Tottenham Hotspur auf dem Platz. Heute ist sie als Keynote-Speakerin und ORF-Fußballexpertin tätig.
In ihrer Keynote erzählte Schnaderbeck von ihrem eigenen Weg und den Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat. Drei Gedanken standen dabei im Mittelpunkt: an sich selbst glauben, sich treu bleiben und ein eigenes Erfolgsteam aufbauen.
Gerade der letzte Punkt passte gut zum Gedanken hinter Pauline. Erfolg entsteht selten allein. Es braucht Menschen, die einen unterstützen, Feedback geben, Wissen teilen und im richtigen Moment den Rücken stärken.
Der letzte Programmpunkt war das World Café „Pauline im Gespräch“.
An vier Stationen diskutierten die Teilnehmerinnen über Karriere & Sichtbarkeit, Auftreten & Bewertung, Beruf & Familie sowie persönliche Vorsorge. Es ging um einen Erfahrungsaustausch und darum, mitzubestimmen, welche Themen Pauline künftig aufgreifen und welche Formate das Netzwerk anbieten soll.
Die Antworten aus den Gesprächsrunden werden in die weitere Planung von Pauline einfließen.
Bis wir Pauline nicht mehr brauchen, wird es vermutlich noch etwas dauern, aber der erste Schritt ist gemacht. Beim ausgebuchten Auftaktevent wurde deutlich, dass es viele Themen gibt, über die sich Kolleginnen austauschen möchten, und viele Menschen, die Pauline dabei unterstützen wollen. Wir bedanken uns an dieser Stelle für das tolle Engagement, die vielen wertvollen Wortmeldungen und den Einsatz der Wüstenrot-Kolleginnen, der unser erstes Pauline-Event zu einem richtigen Highlight gemacht hat.
Wir machen weiter.