„Ich fahr eh nur schnell zum See.“
„Ich hol nur kurz etwas vom Dachboden.“
„Das sind ja nur ein paar Stufen.“
Solche Gedanken kennen wir alle. Und meistens stimmt es auch: Es passiert nichts. Manchmal aber doch.
Viele Menschen beschäftigen sich erst mit einer Unfallversicherung, nachdem im Freundeskreis, in der Familie oder im eigenen Umfeld etwas passiert ist. Dabei entstehen die meisten Unfälle nicht bei außergewöhnlichen Abenteuern, sondern mitten im Alltag. Warum unser Gehirn Risiken gerne klein redet, welche Verhaltensmuster dahinterstecken und weshalb eine Unfallversicherung weniger mit Sorge als mit einem guten Gefühl von Sicherheit zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.
Jeden Tag treffen wir unzählige Entscheidungen. Wir planen Termine, erledigen Einkäufe, organisieren Familie, Arbeit und Freizeit. Würden wir jede einzelne Handlung auf mögliche Risiken prüfen, wäre das ziemlich anstrengend.
Deshalb arbeitet unser Gehirn mit mentalen Abkürzungen. Es nutzt Erfahrungen aus der Vergangenheit, um Situationen schnell einzuordnen.
Das ist grundsätzlich etwas Positives. Schließlich hilft es uns, den Alltag effizient zu bewältigen. Gleichzeitig hat dieses System einen kleinen Haken: Was wir kennen, empfinden wir automatisch als sicherer.
Wenn ihr eine Strecke regelmäßig mit dem Fahrrad fahrt, seit Jahren dieselbe Sportart ausübt oder bestimmte Arbeiten zuhause immer wieder erledigt, entsteht ein Gefühl von Vertrautheit. Und Vertrautheit fühlt sich oft wie Sicherheit an.
Die tatsächlichen Risiken verändern sich dadurch allerdings nicht.
Psycholog:innen sprechen vom sogenannten Optimismus-Bias. Dahinter steckt die menschliche Tendenz zu glauben, dass unangenehme Ereignisse eher anderen passieren als uns selbst.
Die meisten Menschen wissen, dass es Unfälle gibt. Sie wissen auch, dass sich Menschen verletzen können und trotzdem gehen viele unbewusst davon aus, dass es sie schon nicht treffen wird. Das passiert nicht aus Leichtsinn, sondern es ist ein ganz normales Verhaltensmuster.
Unser Gehirn möchte den Alltag vereinfachen und deshalb konzentriert es sich stärker auf die vielen Situationen, in denen alles gut gegangen ist, als auf jene wenigen Fälle, in denen etwas schiefgelaufen ist. Routinen machen unser Leben einfacher und gleichzeitig können sie eben dazu führen, dass wir Risiken weniger bewusst wahrnehmen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ihr euren Alltag ständig hinterfragen sollt. Es zeigt aber, wie eng Sicherheitsempfinden und Gewohnheit miteinander verbunden sind.
Wenn Menschen über Risiken nachdenken, stellen sie sich meist die Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass etwas passiert?“
Viel seltener stellen wir uns jedoch eine andere Frage: „Was würde eigentlich passieren, wenn doch etwas passiert?“
Denn selbst wenn ein Unfall unwahrscheinlich erscheint, können die Folgen spürbar sein: Vielleicht benötigt ihr zusätzliche Untersuchungen. Möglicherweise wird ein MRT notwendig. Vielleicht folgen mehrere Termine bei der Physiotherapie oder andere Behandlungen, damit ihr wieder vollständig fit werdet.
Wer Kinder hat, muss zusätzlich Familienleben und Genesung koordinieren. Wer beruflich stark eingebunden ist, merkt oft schnell, wie sehr die eigene Mobilität den Alltag beeinflusst. Hinzu kommen mögliche finanzielle Belastungen. Ein Knochenbruch, längere Therapien oder zusätzliche Heilkosten sind Dinge, über die die wenigsten Menschen nachdenken, solange alles gut läuft. Das ist auch verständlich, schließlich plant niemand einen Unfall.
In Gesprächen erleben wir immer wieder, dass viele Menschen davon ausgehen, ohnehin ausreichend abgesichert zu sein. Dabei wird häufig übersehen, dass die gesetzliche Unfallversicherung vor allem bei Arbeitsunfällen, Schulunfällen oder Unfällen auf dem direkten Weg zur Arbeit greift.
Viele Unfälle passieren jedoch beim Radfahren, Wandern, Sport, im Urlaub oder einfach zu Hause. Also genau dort, wo wir unsere freie Zeit verbringen und Risiken häufig am wenigsten wahrnehmen.
Eine private Unfallversicherung kann helfen, diese Lücke zu schließen. Sie unterstützt bei den finanziellen Folgen eines Unfalls und hilft, den Alltag danach zu managen.
Deshalb lohnt es sich, den eigenen Versicherungsschutz gelegentlich genauer anzusehen und zu prüfen, welche Leistungen tatsächlich vorhanden sind. Wir schauen uns gerne gemeinsam mit euch die Unterlagen durch.
Noch Fragen?
Eine Unfallversicherung ist eine wichtige Entscheidung und genau dabei begleiten wir euch Schritt für Schritt. Gemeinsam finden wir den Schutz, der zu eurem Leben und euren Bedürfnissen passt.
In einem kostenlosen, unverbindlichen Beratungstermin klären wir gemeinsam, was ihr braucht.
Entdeckt unsere weiteren Beiträge und hilfreiche Tipps rund um das Thema Unfallversicherung und Absicherung im Alltag.
Die meisten Unfälle passieren dort, wo man sich am sichersten fühlt: zu Hause oder in der Freizeit und ihre Folgen werden oft unterschätzt.
Wie schnell aus einem kleinen Sturz große organisatorische und finanzielle Herausforderungen werden können, zeigt ein Blick auf den Alltag nach dem Unfall und wie die private Unfallversicherung von Wüstenrot dabei unterstützen kann.
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Risiken zu unterschätzen gehört zum Menschsein dazu. Unser Gehirn hilft uns, den Alltag zu meistern, indem es Vertrautes als sicher einstuft und nicht bei jeder Entscheidung das mögliche Risiko in den Vordergrund stellt.
Sich abzusichern bedeutet nicht, ständig mit dem Schlimmsten zu rechnen, sondern, sich Gedanken darüber zu machen, wie gut ihr und eure Familie auf unerwartete Situationen vorbereitet seid. Denn wenn doch einmal etwas passiert, kann es beruhigend sein zu wissen, dass ihr euch nicht auch noch um zusätzliche finanzielle oder organisatorische Herausforderungen sorgen müsst.