Fliesen sind poflegeleicht. Also gut, wenn man Kinder daheim hat © iStock | Eva-Foreman
Mein Zuhause

Fliesen verlegen Schritt für Schritt

Mit Eigenleistung kann man bei der Modernisierung oder dem Hausbau viel sparen. Klassisches Beispiel ist das Verlegen von Fliesen. Wir zeigen, wie’s geht.

Lesedauer: 4 Min.

Fliesen eignen sich für fast alle Räume des Hauses. Während sie aus hygienischen Gründen im Bad und in der Küche fast Standard sind, bieten Fliesen in Räumen wie dem Wohnzimmer vor allem den Mehrwert, pflegeleicht und gleichzeitig strapazierbar zu sein. In Eigenregie kann man Fliesen sogar recht einfach selbst verlegen.

​1. Die richtigen Fliesen finden

Der erste Schritt ist die richtige Auswahl. Achten Sie dabei nicht nur auf das Aussehen, sondern denken Sie auch an die Beanspruchung. Fragen Sie sich: Wie oft wird der Fußboden und mit welchem Schuhwerk benutzt? Entscheidungshilfe beim Kauf ist dann die Abriebgruppe: Fliesen mit Abriebgruppe 1 eignen sich in der Regel für wenig beanspruchte Bäder und Schlafzimmer oder als Wandbelag, im Wohnzimmer sollte mindestens Abriebgruppe 2 und für den Eingangsbereich Abriebgruppe 3 gewählt werden. In der Küche geht die Tendenz sogar zu Abriebgruppe 4. Abriebgruppe 5 sowie strapazierfähige, unglasierte Steinzeugfliesen halten Abrieb aus, der im Privatbereich kaum vorkommt, jedoch in Geschäften sinnvoll ist.

Ein Pärchen, das gerade Fliesen aussucht © iStock | MaxRiesgo
Ein Pärchen, das gerade Fliesen aussucht © iStock | MaxRiesgo

2. Einkaufsliste

Wenn Sie die passenden Fliesen gefunden und anhand der Grundfläche die benötigte Menge berechnet haben, addieren Sie etwa zehn Prozent hinzu. Das reicht in den meisten Fällen aus, um Verschnitt und Bruch zu kompensieren. Denken Sie außerdem an ein Reservepaket, um spätere Schäden mit den gleichen Fliesen reparieren zu können. Für die Vorbereitung des Bodens benötigen Sie zuerst eine Grundierung. Wichtig: Wenn der Untergrund oder eine Fußbodenheizung den Boden arbeiten lassen, brauchen Sie kunststoffvergüteten Flexkleber.

Das wird benötigt
  • Stift und Papier
  • Fliesen
  • Grundierung
  • fettlösender Reiniger
  • Bodenausgleichsmasse
  • Gummiwischer
  • Seil und Wandhaken
  • Fliesenkleber
  • Kelle
  • Malerkrepp
  • Silikon
  • Zahnspachtel
  • Abstandshalter
  • Gummihammer
  • Fliesenschneider
  • Fliesenzange oder Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz
  • Holzkeil
  • breite Unterlage zum Knien
  • Fugenmörtel
  • Fugengummi
  • Schwamm und Lappen
  • Zementschleier-Entferner
  • Auspresspistole

3. Untergrund vorbereiten

Bevor Sie mit dem Verlegen beginnen, muss der Untergrund sauber, fettfrei und vor allem eben sein. Dazu wird der Boden zuerst mit fettlösendem Reiniger gesäubert. Achten Sie, sofern es sich um einen saugenden Untergrund handelt, auf eine Tiefengrundierung. Im Bad und in der Küche, wo Flüssigkeiten wahrscheinlich sind, muss der Boden sogar mit einer Abdichtung grundiert werden. Anschließend verteilen Sie mit einem Gummiwischer Bodenausgleichsmasse über die gesamte Fläche. Hier müssen sie nur ein wenig glatt streichen, die Masse verteilt sich anschließend von selbst. Beachten Sie unbedingt die Trocknungszeit.

Vorbereiten des Untergrunds beim Fliesenlegen © iStock | Bogdanhoda
Vorbereiten des Untergrunds beim Fliesenlegen © iStock | Bogdanhoda

4. Verlegung planen

Während die Ausgleichsmasse trocknet, planen Sie auf Papier das Muster. Beliebt sind die Parallel- oder Diagonalverlegung. Am einfachsten ist die Parallelverlegung. Außerdem fällt dabei weniger Verschnitt an als bei der Diagonalverlegung. Tipp: Legen Sie die Fliesen trocken aus, um ihre Idee zu prüfen. Markieren Sie die Mitte aller Wände direkt am Fußboden und ziehen Sie ein Seil zwischen den jeweils gegenüberliegenden Wänden, damit exakt in der Raummitte ein Kreuz entsteht: Das ist ihr Ausgangspunkt. Legen Sie entlang des längeren der beiden Seile die erste Reihe Fliesen aus. Startpunkt ist entweder die Fliesenmitte oder der Fliesenrand direkt am Kreuz. Wenn eine Reihe Fliesen den Raum in zwei Flächen durchschneidet, legen sie die nächste Reihe um 90 Grad gedreht an der Wand entlang – quasi ein „T“.

Gut geplant ist halb gewonnen. Das gilt auch beim Fliesenlegen © iStock | MultimediaDean
Gut geplant ist halb gewonnen. Das gilt auch beim Fliesenlegen © iStock | MultimediaDean

​5. Fliesenkleber verteilen

Überprüfen Sie noch einmal, ob während des Testlaufs nicht irgendwelche Krümel auf der frischen Grundierung gelandet sind. Mischen Sie den Fliesenkleber und tragen Sie mit einer Kelle eine fünf bis zehn Millimeter dicke Klebeschicht auf den Boden auf. Ein Zahnspachtel sorgt für einen gleichmäßigen Kleberauftrag. Verteilen Sie nie mehr als ein bis eineinhalb Quadratmeter, da der Kleber sonst zu schnell eintrocknet.

Wie aus einem Guss: Schön verteilter Fliesenkleber © iStock | alexandrumagurean
Wie aus einem Guss: Schön verteilter Fliesenkleber © iStock | alexandrumagurean

6. Fliesen verkleben

Die Fliesen müssen mit ganz einer leichten Drehbewegung auf den vorbereiteten Kleber gedrückt und mit dem Gummihammer sanft angeklopft werden. Achtung: Nicht drücken! Überprüfen Sie vor allem am Anfang durch erneutes Abheben der Fliese, ob sie ausreichend Kleber verwendet haben. Mindestens 80 Prozent der Fliesenfläche sollte bedeckt sein. Mit Abstandhaltern sorgen Sie für etwa zwei Millimeter dicke Fugen. Die Abstandshalter entfernen Sie entweder vor dem Fugen oder, wenn sie flache gekauft haben, überspachteln diese später. Achten Sie auch auf Fugen an den Wänden und zu vorhandenen Dehnungsfugen an Durchgängen.

Maßarbeit: Fliesen verkleben. © iStock | RomoloTavani
Maßarbeit: Fliesen verkleben. © iStock | RomoloTavani

7. Randfliesen

Ein Fliesenschneider ist für glatte Kanten unbedingt notwendig. Mit dem Werkzeug ritzen Sie die Fliese auf der Glasurseite. Anschließend kann die Fliese einfach über die Bruchkante abgeknickt werden. Für andere Hindernisse wie Rohre benötigen Sie eine Fliesenlochzange, mit der eine Rundung Schnitt für Schnitt entsteht. Alternativ klappt’s mit einer Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz.

Vielleicht DIE Challenge beim Fliesenlegen: Randfliesen © iStock | lightkeeper
Vielleicht DIE Challenge beim Fliesenlegen: Randfliesen © iStock | lightkeeper

8. Verfugen

Kratzen Sie, noch bevor der Fliesenkleber komplett getrocknet ist, mit einem Holzkeil überflüssigen Kleber ab. Verwenden Sie zum Hocken unbedingt eine breite Unterlage wie ein Brett, um ihr Gewicht gleichmäßig zu verteilen. Verfugen Sie erst dann, wenn der Kleber trocken ist. Das dauert meist 24 Stunden. Gießen Sie den Mörtel auf die Fugen und verteilen Sie diesen diagonal zum Fugenverlauf mit einem Fugengummi. Mit einem Gummiwischer ziehen Sie überflüssigen Mörtel ab.

Wichtig, sogar sehr wichtig beim Fliesenlegen: Verfugen © iStock | OwenPrice
Wichtig, sogar sehr wichtig beim Fliesenlegen: Verfugen © iStock | OwenPrice

9. Reinigen

Warten Sie die Trockenzeit nach Herstellerangaben ab. Die erste Reinigung der Fliesen muss noch stattfinden, bevor der Mörtel komplett getrocket ist. Reinigen Sie die Fliesen mit einem leicht feuchten Schwamm. Vorsicht vor zu viel Wasser: Damit schwemmen Sie die Fugen leicht aus! Wischen Sie mit einem trockenen Lappen nach. Zwei Wochen nach dem Verlegen können Sie mit einem Zementschleier-Entferner die letzten Reste entfernen.

Gründliches Fliesenreinigen ist angesagt © iStock | OwenPrice
Gründliches Fliesenreinigen ist angesagt © iStock | OwenPrice

10. Wandfugen abdichten

Anders als die Fugen zwischen den Fliesen verwenden Sie für die Wand- und Sockelfugen Silikon. Kleben Sie die Fugenränder mit Malerkrepp ab und bringen Sie eine Grundierung an, sofern der Untergrund saugfähig ist. Mit einer Auspresspistole füllen Sie das Silikon gleichmäßig in die Fugen. Ein Fugenglätter hilft dabei, überschüssiges Silikon zu entfernen. Mit etwas Wasser erleichtern Sie sich das Streichen mit dem Glätter. Ziehen Sie das Klebeband ab, noch bevor das Silikon getrocknet ist.

184836078
Und zuletzt noch Wandfugen abdichten und fertig verlegt sind die Fliesen © iStock | BanksPhotos
Irrtum, Änderungen und Tippfehler vorbehalten.